Was wird aus Christoffers : Bleibt er – oder geht er?

Linken-Fraktionschef Ralf Christoffers.
Linken-Fraktionschef Ralf Christoffers.

Ralf Christoffers hält die Linken auf Regierungskurs / Ob er noch einmal für den Landtag antritt, ist jedoch offen

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09. Juni 2018, 05:00 Uhr

Brandenburgs Linke stellte sich in diesem Frühjahr neu auf. Sie wählte erstmals zwei Frauen an die Spitze des Landesverbandes. Die Fäden werden aber von Fraktionschef Ralf Christoffers  gezogen – und seine Partei rätselt, ob er über 2019 hinaus seine Laufbahn verlängert.

Eigentlich schien die Karriere von Ralf Christoffers schon 2014 beendet. Die Linke ging zwar zum zweiten Male eine Koalition mit der SPD ein, musste aber einen von einst vier Ministerposten räumen. Und zwar den des Wirtschaftsministers – das Amt, auf das er schon in der Opposition hingearbeitet und dann ab 2009 mit Leidenschaft ausgeübt hatte.

Im Herbst 2014 saß Christoffers quasi auf der Hinterbank in der Fraktion. Als Fraktionschefin Margitta Mächtig aus Gesundheitsgründen ihr Amt aufgab, lief alles auf den Barnimer zu. Der ist seitdem die zentrale Figur der linken Regierungsgeschäfte.

Mitunter schien es, als ob er der einzige ist, der noch regieren wollte. So forderte er vor einem Jahr in einer beispiellosen öffentlichen Meinungsäußerung die Koalition auf, an ihrem Erscheinungsbild zu arbeiten – eine Kritik an der mangelnden Koordinierung durch die Staatskanzlei. Die größte Leistung, die Christoffers mit Finanzminister Christian Görke vollbrachte, bestand darin, die SPD allein die Reißleine bei der Kreisgebietsreform ziehen zu lassen und trotz entsprechender Stimmen nicht vorher selbst auszuscheren und den Schwarzen Peter zu kassieren.

Unumstritten ist Christoffers in der Fraktion nicht. Das liegt auch daran, dass er nicht der größte Kommunikator ist. Für einige hat er angeblich zu viel Verständnis für SPD-Positionen und nutzt nicht deren Schwächen, um zu punkten. Unumstritten ist aber, dass es ohne ihn in der Linken zurzeit nicht geht, zumindest nicht in Regierungsverantwortung.

Das Machtzentrum bildet er mit Finanzminister Görke. Auch wenn beide nicht immer dickste Freunde sind, stimmen sie sich ab und versuchen auf einen Nenner zu kommen.

Anja Meyer und Diana Golze, die mit viel Vorschusslorbeeren im März zu Landesvorsitzenden gewählt wurden, spielen kaum eine Rolle, heißt es in der Linken. Während Meyer in die Partei hinein wirken soll, waren von Golze politische Akzente erwartet worden. Die blieben aus. Dennoch gilt die Sozialministerin als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst 2019.

Während die Partei Wahlkampfthemen sucht und berät, ob sie für eine Fortsetzung der Koalition werben oder frecher gegenüber der SPD auftreten soll, herrscht in einem Punkt Einigkeit: Kommt es zu Koalitionsverhandlungen egal in welcher Konstellation, wäre Christoffers ein Garant, Vertrauen zu schaffen. Daher wird er gedrängt, eine Legislaturperiode dranzuhängen. Der 61-Jährige hält sich noch bedeckt. Er hatte immer erklärt, dem Generationswechsel nicht im Wege zu stehen. Aber er gilt als jemand, der sich einspannen lässt, wenn die Partei ruft.

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