Bilanz nach „Xaver“: Katastrophe blieb aus

Feuerwehr rückte zu knapp 500 Einsätzen aus: Bäume hielten  Orkantief nicht stand.
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Feuerwehr rückte zu knapp 500 Einsätzen aus: Bäume hielten Orkantief nicht stand.

Bus durch Windböe von der Straße gedrückt / Bäume entwurzelt / Dächer abgedeckt /Einsatzkräfte am Limit

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07. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Abgedeckte Dächer, jede Menge umgefallene Bäume – aber keine Verletzten: Eine erste Schadensbilanz des Sturmtiefs „Xaver“ fällt für Brandenburg besser aus als gedacht. Jedoch waren die Feuerwehr und andere Helfer im Dauereinsatz und für manchen Pendler gestaltete sich der Weg zur Arbeit schwierig. Bis Freitagmittag wurden von den fünf Regionalleitstellen der Feuerwehr rund 500 Einsätze ausgelöst.

Mit mehr als 100 Stundenkilometern zog das Orkantief gestern über das Land, brachte Schnee und Schneematsch mit. „Unsere Einsatzkräfte in der Lausitz, in Dahme-Spreewald und Elbe-Elster waren am Anschlag“, sagte Andreas Neuenkirch von der Regionalleitstelle Lausitz. Viel mehr hätte man nicht mehr schultern können. Katastrophal war die Lage aber nicht. „Es gibt eben jede Menge Bäume“, sagte der Sprecher weiter. Schwerpunkt sei die Region um Königs Wusterhausen und Wildau. Hier stürzten viele Bäume in Hausdächer. In Cottbus ist ein Auto von einem Baumstamm getroffen worden. In Forst (Spree-Neiße) hat „Xaver“ einen Schornstein eines leerstehenden Hauses umgestoßen.

Die schlechten Witterungsbedingungen führten auch zu schweren Verkehrsunfällen. So meldet die Polizei aus der Uckermark, dass ein Linienbus bei Templin durch eine Windböe von der Landstraße gedrückt worden sei. Der 57-jährige Fahrer blieb unverletzt. Fahrgäste waren zum Unglückszeitpunkt nicht an Bord. Der Sachschaden wird auf 20 000 Euro geschätzt. In der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel zählte die Polizei aufgrund der widrigen Witterung von Donnerstagabend insgesamt 40 Verkehrsunfälle.

In der Landeshauptstadt selbst hat „Xaver“ den Straßenbahnverkehr großflächig zum Erliegen gebracht. Wegen eines Oberleitungsschadens waren fünf von sieben Linien den halben Freitag unterbrochen, wie die Stadtwerke mitteilten. Ein Straßenbaum war durch den Orkan in der Potsdamer Innenstadt entwurzelt worden. Er fiel in Oberleitungen und zerriss diese. Wegen der Reparaturarbeiten musste der Strom abgeschaltet werden. Es wurde ein Schienenersatz eingerichtet.

Der Orkan hat in der Potsdamer Innenstadt zudem eine Kabelbrücke umgeweht. Dabei sei eine historische Statue beschädigt worden, teilte die Feuerwehr mit. Der Probebetrieb im neuen Landtag wurde zudem durch einen Stromausfall gestört. Jedoch brachte ein Notstrom-Aggregat schnell wieder Licht ins Dunkel. In Oranienburg hat der Sturm die Bibliothek der Fachhochschule der Polizei beschädigt und das Dach 150 Quadratmeter abgedeckt. Dabei sind zusätzlich die Fensterfront des Gebäudes zu Bruch gegangen.

Die Deutsche Bahn meldet für Brandenburg ebenfalls zahlreiche Oberleitungsschäden. So war der Zugverkehr am Freitagmorgen zwischen Berlin-Grünau und Königs Wusterhausen gestört, weil ein Baum die Leitungen beschädigt hat. „Die ganz großen Schäden wegen des Orkans sind bisher aber ausgeblieben“, sagte ein Bahnsprecher.

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