zur Navigation springen

Brandenburg : „Big Brother“ beobachtet Wisente

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Zeit des unbeobachteten Herumstromerns ist für die beiden Kolosse vorbei - nichts geht mehr im Geheimen

Zwei nahezu ausgewachsene Wisent-Kühe in Heinz Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bei Wustermark tragen seit einigen Tagen einen GPS-Sender. „Damit werden die Bewegungen der Tiere genau erfasst“, berichtete Peter Nitschke von der Döberitzer Heide GmbH.

Vor den Toren Berlins entstand nach der Wende auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz Sielmanns Naturlandlandschaft, benannt nach dem Ökologen und Tierfilmer Heinz Sielmann, dessen Stiftung das Areal 2004 erworben hatte. Knapp 60 Wisente leben hier fast ungestört von Menschen in einem umzäunten, etwa 1860 Hektar großen Gebiet.

Die beiden Wisent-Kühe Dönna und Dönata, beide bereits 2011 in der Naturlandschaft geboren, sind noch in der sogenannten Eingewöhnungszone untergebracht. In Kürze ziehen sie zu ihren Artgenossen in die Wildniskernzone um.

„Wir hoffen auf Informationen zum Aktionsradius der Tiere“, sagte Nitschke. Von Interesse sei, welche Strecke die größten Landsäuger Europas nun in ihrem Revier zurücklegen. „Wir wollen auch wissen, wie sie ihren Tag verbringen: Wann wird gefressen, wann das Fell gepflegt oder wann halten sie Siesta?“, sagte Nitschke.

Die urwüchsigen Riesen wurden gerade zu Wildtieren des Jahres ernannt. Um ihnen die etwa anderthalb Kilogramm schweren Sender an Lederbändern um den Hals legen zu können, mussten sie betäubt werden. „Bei ihrem Körpergewicht von etwa 400 Kilogramm nehmen sie den Fremdkörper kaum wahr“, erläuterte Nitschke. Der Sender sei für diese Tiere kaum etwas anderes als für den Menschen eine Halskette.

Die über die beiden Wisent-Damen gewonnenen Daten sollen nach Angaben von Nitschke in Kooperation mit dem Institut für Zoologie und Wildtierforschung in Berlin ausgewertet werden.

Ab 1. Mai öffnet auch wieder das Schaugehege in der Döberitzer Heide. Dort leben zehn Wisente, Rotwild und eine kleine Herde Przewalskipferde - die Urpferde. Alle Stuten und auch die Rotwildkühe sind trächtig. Nachwuchs wird sich in den nächsten Wochen einstellen. Ob die Wisente Nachwuchs erwarten, ist derzeit noch unklar. Wegen ihres dicken Fells sind Schwangerschaften meist erst spät auszumachen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen