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Brandenburg : Biberplage notfalls durch Abschüsse begrenzen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rund 3300 Nager derzeit in Brandenburg. Minister Vogelsänger rechnet mit weiterem Anstieg

Brandenburg will die Ausbreitung der unter Schutz stehenden Biber in bestimmten Landesregionen begrenzen – notfalls auch durch vermehrte Abschüsse. „Wir werden uns mit den Wasser- und Bodenverbänden verabreden, wo Biber nichts zu suchen haben“, sagte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern auf dem ersten „Biberforum“ in Potsdam. Mit der von ihm vor einem Jahr erlassenen Biberverordnung sei ein Ausgleich zwischen den Interessen von Landwirten und Naturschützern weitestgehend gelungen. In Brandenburg ist nur in begründeten Fällen der Abschuss erlaubt – wenn Gefahr für Menschen besteht und zeitlich begrenzt bis zum 15. März.

Die Probleme mit der überhandnehmenden Biber-Population, wie es sie derzeit im Landkreis Märkisch-Oderland gebe, würden bald auch in anderen Regionen Brandenburgs zu beobachten sein, zeigte sich der Minister überzeugt. Brandenburg könne die Tiere jedoch nicht anderen Bundesländern übergeben, da sie sich auch dort zum Problemtier entwickelt hätten. Sollten die Biberschäden überhand nehmen, müsse es zu vermehrten Abschüssen kommen. Nach bisher vorliegenden Angaben wurden im Landkreis Märkisch-Oderland im Vorjahr nur zehn Biber geschossen. Dort wird die Population auf bis zu 1000 Tiere geschätzt. Die Hauptschäden entstehen an den Be- und Entwässerungssystemen im Oderbruch. Wie die seit September 2015 amtierenden Landesbiberbeauftragte Udine Schubert sagte, gibt es in der Mark etwa 3300 dieser Nager. Ziel sei es, in den kommenden Monaten ein Netz aus ehrenamtlichen Helfern zu schaffen, um bei Konflikten nach Biberschäden vermitteln zu können.

Brandenburg will 2016 die Wasser- und Bodenverbände mit rund 400 000 Euro als Ausgleichszahlungen bei der Beseitigung von Biberschäden unterstützen. Auch private Grundstückseigner sollen Hilfe vom Land erhalten.

Der Brandenburger Bauernbund hat indes seine Forderung bekräftigt, die Biber zur Jagd freizugeben. Die Biberverordnung Vogelsängers habe sich als wirkungslos erwiesen. Nach Angaben des Verbands verursachen die Nager Millionenschäden. Sie zerstörten Bäume und setzten Felder, Wiesen und Keller unter Wasser, beklagt der Verband.

 

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