Umwelt : Biber-Schutz wird nicht gelockert

Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese unweit von Lebus (Märkisch-Oderland) knabbert in den frühen Morgenstunden ein Biber die Rinde von Weidenästen ab.
Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese unweit von Lebus (Märkisch-Oderland) knabbert in den frühen Morgenstunden ein Biber die Rinde von Weidenästen ab.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erteilt Brandenburgs Vorstoß eine klare Absage

svz.de von
03. September 2015, 16:04 Uhr

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) lehnt es ab, den strikten Schutz von Bibern in den entsprechenden EU-Richtlinien zu lockern. Sie erteilte damit einem Vorstoß ihres brandenburgischen Kollegen Jörg Vogelsänger (SPD) vom Juni dieses Jahres eine klare Absage.

In einem Brief an Vogelsänger erkennt die Bundesministerin an, dass der Biber in Deutschland inzwischen eine günstige Erhaltungssituation aufweist. Da dies jedoch nicht für alle in der entsprechenden EU-Richtlinie streng geschützten Tierarten gilt, wolle sie keine Initiative ergreifen, die Europäische Kommission aufzufordern, den Schutzstatus zu überprüfen. Das Brüsseler Verfahren wäre zu aufwendig, und es müsste damit gerechnet werden, dass bei dieser Gelegenheit neue Arten den Schutzstatus erhalten, was mit weiteren Verpflichtungen verbunden wäre, heißt es in dem Brief.

Das Bundesumweltministerium erkennt die besonderen Herausforderungen Brandenburgs, besonders im Oderbruch, an. Die Ministerin empfiehlt, im Zuge des Bibermanagements gegen den Biber vorzugehen. In diesem Rahmen könne, wenn beispielsweise die Hochwasserschutzanlagen gefährdet seien, gehandelt werden.

Der Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, erklärte, dass sein Haus sich angesichts der ablehnenden Haltung aus Berlin nicht weiter verkämpfen wolle. Stattdessen solle weiter mit den Naturschutzverbänden verhandelt werden, um die im Frühjahr erlassene Biberverordnung und das darin beschriebene Bibermanagement mit Leben zu erfüllen. Schade verwies darauf, dass seit Anfang September Landnutzer Anträge auf Maßnahmen gegen Biber stellen können.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, erklärte, dass die Anträge nur für Flächen gelten, die nicht als Schutzgebiete ausgewiesen sind. Außerdem seien die Gräben in der Biberverordnung nicht als Wasserläufe definiert, in denen gegen die Tiere oder ihre Bauten vorgegangen werden darf.Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Dieter Dombrowski, verwies darauf, dass in anderen EU-Ländern der Biber nicht so streng geschützt ist wie hierzulande. Er forderte Vogelsänger auf, den Brief der Bundesministerin nicht einfach hinzunehmen.

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