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Landtag debattiert über Begräbnisse : Bestattung im Mausoleen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landtag debattierte über neue Ideen zur Erhaltung kulturhistorisch wertvoller Begräbnisstätten

von
erstellt am 02.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Auf Brandenburger Friedhöfen soll es künftig möglich sein, sich in denkmalgeschützten Grüften und Mausoleen bestatten zu lassen. Das sieht ein Gesetz zur Änderung des Brandenburger Bestattungsgesetzes vor, das am Donnerstag in erster Lesung im Potsdamer Landtag beraten wurde.

„Der Erhalt ist für Friedhofsträger oftmals sehr kostenaufwendig“, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in der Debatte. Zudem soll das Gesetz ermöglichen, aus Teilen der Asche eines Verstorbenen zum Beispiel einen Diamanten pressen zu lassen. „Auch die Trauerkultur unterliegt einem Wandel, dem wir Rechnung tragen“, sagte Schröter. „Das postmortale Persönlichkeitsrecht und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit soll aber geschützt werden.“ Deswegen müssten Betroffene noch zu Lebzeiten unterschreiben, dass sie mit einer Entnahme einer kleinen Menge ihrer Asche einverstanden seien.

Der Teltower SPD-Landtagsabgeordnete Sören Kosanke würdigte, dass die Regelung zur Bestattung in Grüften und Mausoleen Friedhofsträger, wie dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, bei der Erhaltung der Grabanlagen unterstütze.

In der Frage der Herstellung von Trauerdiamanten sei er sich selbst jedoch nicht sicher, wie darüber abzustimmen sei, so Kosanke. „Was passiert mit solchen Gegenständen, wenn die Hinterbliebenen nach 15 Jahren selbst versterben?“, fragte der Abgeordnete. „Landet dann ein solcher Diamant bei eBay-Kleinanzeigen?“ Darüber müsse noch im Ausschuss beraten werden. Auch die Abgeordnete der Grünen, Marie-Luise von Halem, zeigte sich skeptisch gegenüber der Entnahme von Totenasche.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke zitierte in der Debatte Papst Franziskus. Das katholische Kirchenoberhaupt habe im Mai die politischen Verantwortungsträger aufgefordert, zwei Dinge nicht zu vergessen: Die Würde des Menschen und das Gemeinwohl.

„Das Bestattungsrecht hat seine Grundlage in der Frage der Christen, wie wir menschliches Leben gestalten“, so Petke. Für die CDU gebe es nach dem Tod des Menschen mehr, als einen Übergang in Atome. „Wir lehnen es ab, dass man hier einen Teil der Asche abtragen kann.“

Petke sprach sich zudem für eine allgemeine Bestattungspflicht von Tot- und Fehlgeburten aus. Eine Grammgrenze könne nicht entscheiden, wie man mit menschlichem Leben umgehe. „Hier werden wir ganz im Sinne unserer Kirchen in der Gesetzgebungsdebatte handeln.“

Die Grünen-Abgeordnete Marie-Luise von Halem erinnerte daran, dass Eltern so genannter Sternenkinder seit 2013 die Möglichkeit hätten ihre tot geborenen Kinder im Personenstandsregister verzeichnen zu lassen.

 

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