Hamsterkäufe unverantwortlich : Besonnenheit Gebot der Stunde

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): Hamsterkäufe von Atemschutzmasken unverantwortlich.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): Hamsterkäufe von Atemschutzmasken unverantwortlich.

Brandenburgs Gesundheitsministerin sieht Land für den Ernstfall gut vorbereitet. Bislang nur ein Infizierter im Land.

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05. März 2020, 22:00 Uhr

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält Hamsterkäufe von Atemschutzmasken gegen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nicht für sinnvoll. „Es ist unverantwortlich, jetzt Ressourcen zu bunkern und zu hamstern, die dann da fehlen, wo sie wirklich gebraucht werden“, sagte Nonnemacher gestern im Gesundheitsausschuss des Landtags in Potsdam. „Wir müssen unser medizinisches Personal auch schützen.“ Das Material werde in Arztpraxen und Krankenhäusern benötigt. Sie betrachte die Hortung von Desinfektionsmitteln und Atemmasken sowie Berichte über Einbrüche in Krankenhäuser und Depots mit Bedauern. „Wir müssen uns klar machen: Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht und das Virus wird sich über ganz Deutschland verbreiten“, sagte die Ministerin. Aber: „Ruhe, Besonnenheit ist das Gebot der Stunde. (...) Das Gesundheitswesen in Deutschland ist durchaus in der Lage, damit fertig zu werden.“

Bisher gibt es einen Infizierten in Brandenburg - dies hat sich bis Donnerstag nach Ministeriumsangaben zunächst nicht verändert. Die Zahl der Verdachtsfälle einer Infektion stieg leicht. Es gebe 63 Verdachtsfälle, bei einigen Fällen stehe das Ergebnis noch aus, sagte Nonnemacher. Sie sieht das Land gut vorbereitet, falls es viele schwer Erkrankte geben sollte. „Wir können viele schwer kranke Patienten dann entsprechend versorgen“, sagte die Ministerin. Menschen mit leichten Symptomen müssten sich dann zu Hause auskurieren. Schon jetzt gehörten leicht Erkrankte und Menschen mit Erkältungssymptomen zunächst in hausärztliche Behandlung, damit Krankenhäuser und Rettungsstellen nicht überflutet würden. Heute soll ein neuer Pandemie-Plan für Brandenburg in Kraft treten.

Der Plan wird ständig an den neuen Wissensstand zum Umgang mit der Krankheit Covid-19, die durch den Erreger Sars-CoV-2 verursacht wird, angepasst.

Die Landesärztekammer erklärte, die Ärzte in Brandenburg seien fachlich gut auf die Situation vorbereitet. „Allerdings fehlt es in nicht wenigen Praxen an ausreichenden Mengen von Schutzausrüstungen und Sterilisierungsmitteln.“ Hier sei aber Abhilfe in Sicht.

Indes wurde gestern die Job- und Ausbildungsmesse „JOBinale“ in Potsdam am 11. März wegen des Coronavirus abgesagt. Das teilte die Arbeitsagentur mit. Laut Agentur für Arbeit hatten sich mehr als 60 Unternehmen in zwei Messehallen angemeldet. Mehr als 6000 Arbeits- und Ausbildungssuchende seien zum Messebesuch eingeladen worden.

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