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Konflikt um Gestaltung der Potsdamer City : Besetzer protestieren gegen Abriss

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Gebäude der Fachhochschule in der historischen Innenstadt von Potsdam polarisiert: Abriss oder Erhalt als Teil der Stadthistorie

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Gegner des geplanten Abrisses der Fachhochschule Potsdam gestern dAs Gebäude An der Fassade brachten sie Transparente wie „Besetzt“ oder „Bitte stehen lassen“ an. Das Gebäude wird bis Monatsende noch von einem Fachbereich genutzt, zudem ist dort eine Mensa untergebracht.

Die Demonstranten erklärten, der Betrieb der Fachhochschule könne weiterlaufen. „Wir bleiben im Gebäude bis uns der Nichtabriss und öffentliche Weiternutzung zugesichert wurden“, hieß es in einem Tweet der Gruppierung „Bitte stehen lassen“.

Die Gruppierung „Stadtmitte für Alle“ rief zum Protestcamp vor dem Gebäude gegen die Abrisspolitik der Stadt auf. Dazu kamen am Nachmittag Dutzende Anhänger, die teils Sofas mitbrachten. Die Polizei war mit Kräften vor Ort, wollte aber eine Entscheidung der Fachhochschule abwarten.

Die Stadt will das zu DDR-Zeiten erbaute und heute marode aussehende Gebäude abreißen lassen. Stattdessen sollen dort Wohn- und Geschäftshäuser teils mit historischen Fassaden gebaut werden.

Über die weitere Gestaltung der Potsdamer Innenstadt mit dem als Landtag wiederaufgebauten Stadtschloss gibt es seit Jahren einen heftigen Streit. Gegner der städtischen Baupläne kritisieren, dass zuviel Geld in neue Gebäude nach historischem Vorbild gesteckt werde. Auch wird teils kritisiert, dass bedeutende DDR-Architektur zerstört werde.

Zu der Besetzung sagte Oliver Wiedmann, Landesvorstandssprecher von Mehr Demokratie e.V. Berlin/Brandenburg: „Hätten wir fair ausgestaltete Bürgerbegehren in Brandenburg, wäre eine Besetzung des Gebäudes nicht nötig. Mit einem Bürgerentscheid hätte der Streit um die Potsdamer Mitte entschieden werden können.“

Aufgrund geltender Regelungen wurde ein Bürgerbegehren gegen den Abriss des FH-Gebäudes 2016 für unzulässig erklärt. Das wurde erst nach Einreichung der Unterschriften festgestellt, die knapp 15 000 Unterschriften wurden somit vergebens gesammelt.  

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