Gastronomisches zur Weihnacht : Bescherung vom Wirt und eigener Markt

Ein komplettes weihnachtliches Menü steht an den Feiertagen bei Brandenburger Restaurantgästen hoch im Kurs.
Ein komplettes weihnachtliches Menü steht an den Feiertagen bei Brandenburger Restaurantgästen hoch im Kurs.

Der Dezember ist auch für die Brandenburger Gastronomie eine der umsatzstärksten Zeiten, deshalb locken viele Wirte ihre Kunden mit besonderen Angeboten

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09. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Die Weihnachts- und Vorweihnachtszeit wird für Brandenburgs Gastronomen immer wichtiger. Auch weil sich Hotel- und Gaststättenbetreiber viel einfallen lassen, um Kunden zu locken. „Die Advents- und Weihnachtszeit war umsatzmäßig schon immer von großer Bedeutung für die Branche. Wir beobachten aber, dass immer mehr Leute die Gelegenheit nutzen, an den Festtagen essen zu gehen“, sagt Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands im Land.

Wer spontan an den Feiertagen einen Tisch buchen wolle, habe vielerorts keine Chance mehr. „Manchmal muss der Tisch ein Jahr im Voraus gebucht werden“, berichtet Lücke. Wegen der großen Nachfrage und weil zusätzliches Personal und Zulagen bezahlt werden müssten, empfehle der Verband seinen Mitgliedern, in Vorkasse zu gehen und Reservierungen verbindlich vorzunehmen.

Auch für Hartmut Leutloff, der in Zeuthen (Dahme-Spreewald) ein Gasthaus betreibt, ist der Dezember umsatzstärkster Monat im Jahr. „Jedoch lagen wir dieses Jahr bereits vier Mal über den Dezember-Wert des letzten Jahres“, bemerkt er. Insgesamt gebe es zu Weihnachten mehr Bestellungen als noch vor 15 Jahren. Weihnachtsfeiern von Firmen seien allerdings rückläufig. „Vielleicht hängt es auch mit dem Preisbudget zusammen“, vermutet er.

Die Preise haben vielerorts angezogen, bestätigt Lücke. Das habe viele Ursachen wie gestiegene Personalkosten, erhöhte Qualitätsansprüche der Gäste, regionale Produkte und die Nachfrage. „Hinzu kommt, dass es im Land nicht mehr Anbieter gibt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer. Übertriebene Preise würden aber aus Rücksicht auf die Kunden selten verlangt.

Immer mehr Betriebs- und Vereinsweihnachtsfeiern finden etwa im Seehotel „Ichlim“ statt, das Verlando Konschak nahe Sewekow (Ostprignitz-Ruppin) betreibt. „Das ist sicher auch auf die wirtschaftlich gute Situation vieler Unternehmen zurückzuführen“, sagt Konschak. Ähnlich argumentiert auch Lücke und fügt hinzu: „Die Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter auf diese Art wertschätzen und zugleich besser an sich binden.“

Für ihr Geld bekommen die Kunden in märkischen Gasthäusern aber auch etwas geboten. „Viele Häuser haben schon einen eigenen Weihnachtsmarkt“, sagt Olaf Lücke. Andere böten Glühwein-Kahnfahrten auf der Spree an. Konschaks Gäste können einen Ausflug zum Adventsmarkt mit anschließendem Kaffee- und Tanznachmittag im Hotel unternehmen.

Auch Weihnachten bekommen die Gäste im Seehotel etwas geboten. Auf die Feuerzangenbowle folge die Bescherung, bei der Wirt Konschak den Weihnachtsmann spielt. „Die Gäste müssen dazu aber ein Gedicht aufsagen“, betont er. Vornehmlich würden Paare und Gäste, die sonst allein zuhause feiern müssten, über die Festtage im Hotel Zimmer buchen. „Zudem wird an den Feiertagen auch von Restaurantgästen ein Menü bestellt“, sagt Konschak. 155 Buchungen habe er schon und könne keine Bestellungen mehr annehmen.

Höhere Dezember-Einnahmen ermöglichen es Gastronomen, in der folgenden Winterzeit kürzer zu treten. „Weil im Dezember viel Arbeit anfällt, machen wir Anfang Januar zehn Tage Betriebsferien, um etwas auszuruhen“, so Hartmut Leutloff. Auch im Seehotel nutze das Personal die Chance, Überstunden abzubummeln oder Resturlaub zu nehmen. Von Januar bis März feiern Gastronomen mit ihrem Personal auch Weihnachten nach. Lücke verweist auf eine große Gastronomenweihnachtsfeier im Februar im Potsdamer Kongresshotel.

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