Hauptstadtflughafen : BER wird nochmals 770 Millionen Euro teurer

Die Kosten für den BER steigen wegen der erneuten Verzögerung bei der Eröffnung auf über sieben Milliarden Euro.
Die Kosten für den BER steigen wegen der erneuten Verzögerung bei der Eröffnung auf über sieben Milliarden Euro.

Weil sich die Eröffnung ein weiteres Mal verzögert, steigen Gesamtkosten für den Hauptstadtflughafen in Schönefeld auf knapp 7,3 Milliarden Euro.

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23. Februar 2018, 20:45 Uhr

Vor zwei Monaten haben die Verantwortlichen den Start des neuen Berliner Flughafens wieder verschoben, dieses Mal auf 2020. Nun wird die Rechnung dafür präsentiert. Die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen steigen voraussichtlich auf mehr als sieben Milliarden Euro. Weil sich die Eröffnung ein weiteres Mal verzögert, erwarten die Betreiber Mehrausgaben von 770 Millionen Euro, sagte ein Sprecher gestern.

Damit würden die Kosten für den drittgrößten deutschen Airport knapp 7,3 Milliarden Euro erreichen – beim ersten Spatenstich für den BER 2006 war von zwei Milliarden Euro die Rede gewesen. Fehlplanungen, Verzögerungen, Baumängel und Erweiterungen ließen seither jedoch die Rechnung immer höher werden.

Der entsprechende Business-Plan soll am Freitag nächster Woche dem Aufsichtsrat vorgelegt werden, kündigte der Sprecher an. „Über die Detailfragen zur Finanzierung ist die Flughafengesellschaft in konstruktiven Gesprächen mit den Gesellschaftern“, hieß es. Dies sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Nach rbb-Informationen soll die Hälfte der 770 Millionen von diesen drei Eigentümern kommen – ob als Zuschuss oder als Darlehen, blieb gestern noch offen. Für den Rest wolle die Flughafengesellschaft Bankkredite aufnehmen.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) bleibt bei seiner harten Haltung, kein weiteres Landesgeld zuzuschießen. „Meine klare Erwartung ist unverändert, dass die Gesellschaft durch unternehmerische Eigenmaßnahmen zur Finanzierung beiträgt“, sagte Görke gestern auf Anfrage. „Für Ausbaumaßnahmen – über die Inbetriebnahme des BER hinaus – steht die FBB im Wort, eigenständig tragfähige Finanzierungsmodelle zu entwickeln und abzusichern.“ Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) machte gestern deutlich, dass das zusätzliche Geld für beides gebraucht werde: die Fertigstellung und den weiteren Ausbau des Airports. Dass sich weitere Mehrkosten ergeben würden, war klar, seitdem die Eröffnung des Flughafens im Dezember ein weiteres Mal verschoben wurde – von 2018 auf 2020. Ursprünglich sollten im neuen Terminal in Schönefeld schon 2011 die ersten Passagiere einchecken.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte im Januar erklärt, für das Terminal würden 300 bis 400 Millionen Euro benötigt. Zudem sei Geld nötig, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) bestätigte gestern, dass ihm Zahlen zum zusätzlichen Finanzbedarf vorliegen. Als sich am Mittwoch der Berliner Koalitionsausschuss mit dem Business-Plan auseinandersetzen wollte, war das noch nicht der Fall. Das Gremium soll dem Bericht zufolge nun am Dienstag tagen. Kollatz-Ahnen nannte das Ziel, die Finanzierungslücke durch Anstrengungen des Unternehmens sowie weitere Optimierung zu verkleinern.

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