Hauptstadtflughafen : BER reißt Lücken bei der Polizei

Die Arbeiten am BER  scheinen derzeit schneller zu verlaufen als der Aufbau der Sicherheitsarchitektur.
Die Arbeiten am BER scheinen derzeit schneller zu verlaufen als der Aufbau der Sicherheitsarchitektur.

Polizeiinspektion in Schönefeld wird nicht bis zu einer Eröffnung im Oktober 2020 fertig und es fehlen noch die Mitarbeiter

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08. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Die Brandenburger Polizei muss darauf bauen, dass sich die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER weiter verschiebt. Denn laut dem Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Schuster, ist der Ausbau der Polizeiinspektion Schönefeld bis zum Oktober 2020 nicht zu schaffen.

Der Standort müsste mit 80 zusätzlichen Stellen verstärkt werden. Schuster erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass trotz Rekordzahlen an der Hochschule der Polizei dafür keine Kapazitäten in Sicht seien. Die dort ausgebildeten neuen Kollegen würden gebraucht, um die Beamten zu ersetzen, die in Pension gehen.

Der Brandenburger Gewerkschaftschef befürchtet deshalb, dass bei einer Eröffnung kurzfristig Beamte aus den Direktionen Ost und Süd abgezogen werden und dort Lücken gerissen werden. Die Direktionen West und Nord würden wohl eher nicht betroffen sein, weil die Abordnungen von dort zu teuer würden.

Das Brandenburgische Innenministerium widersprach der Darstellung der Gewerkschaften. Es existiere ein Konzept, wie die Inspektion bis zur Flughafeneröffnung ausgebaut werden soll, sagte Ministeriumssprecher Lothar Wiegand. Zur Zeit sind dort 160 Stellen vorgesehen, von denen 140 besetzt sind. Das Polizeikonzept sieht insgesamt jedoch 240 Stellen in Schönefeld vor.

Das Konzept für die Polizeikräfteentwicklung aus dem Jahr 2015 war noch von einem Fluggastaufkommen von 31 Millionen Passagieren im Eröffnungsjahr ausgegangen. Im vergangenen Jahr flogen aber bereits knapp 35 Millionen Personen von den Berliner Flughäfen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres war zudem eine Steigerung von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Unterdessen halten auch die drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg eine bessere Anbindung des Hauptstadtflughafens BER per Straße und Schiene für notwendig. Der Flughafen werde sich zu einem internationalen Hotspot entwickeln, sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern, Peter Kopf.

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