Start am Hauptstadtflughafen : BER öffnet am Reformationstag

Rainer Bretschneider (l.), Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, und Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei der Terminverkündung.
Rainer Bretschneider (l.), Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, und Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei der Terminverkündung.

Erste Maschinen sollen am 31. Oktober 2020 landen. Skepsis bleibt angesichts der Mängel.

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29. November 2019, 22:00 Uhr

Der Eröffnungstermin kam per Twitter. Gestern Mittag verkündete die Berliner Flughafengesellschaft, dass der BER am Reformationstag 2020 eröffnet werden soll. Neun Jahre hatte die Öffentlichkeit auf diesen Termin gewartet: Am 30. Oktober 2011 sollte der Flughafen das erste Mal eröffnet werden. Im Juni 2012 dann das nächste Mal. Und statt zwei Milliarden Euro kostet der Flughafen mittlerweile sechs.

„Wir haben sehr intensiv über den Termin diskutiert, an dem der BER eröffnet“, sagte der Brandenburger Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider. „Es ist der 31. Oktober.“ Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das „belastbar und realisierbar“ sei. „Die Fehler, die in unseren Problemen noch sind, die Mängel, die noch da sind, sind uns bekannt“, sagte Bretschneider. Man könne sich noch nicht „auf Lorbeeren ausruhen, sondern wir haben Defizite und Handlungsbedarf.“ Man sei aber in einer anderen Situation als 2012, als der Flughafen zuletzt eröffnet werden sollte. Der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Engelbert Lütcke Daldrup kündigte einen Umzug in drei Schritten an: Am 31. Oktober 2020 werden die ersten Maschinen von Easyjet am BER abgefertigt. Am 3. und 4. November sollen weitere Fluglinien umziehen, am 8. November soll dann Tegel geschlossen werden. Man wolle bewusst nicht in einer Nacht umziehen: „Es geht darum, risikoarm, solide durchgeplant umziehen zu können.“ Deswegen habe man nach dem risikoärmsten Datum gesucht. Dennoch warte noch harte Arbeit. Denn noch immer gibt es eine Reihe von Unsicherheiten: Dazu zählen etwa nicht funktionierende Rauchschürzen im Terminal und zahllose Mängel an den Verkabelungen des Flughafens.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich „optimistisch, dass es diesmal klappt.“ Das neue Datum gebe allen Beteiligten Planungssicherheit. Glauben wollte den neuen Termin gestern indes nicht jeder. Wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Brandenburger Linken, Marlen Block, sagte: „Nach jahrelangen Erfahrungen mit Terminstellungen am BER bleibt die Linke dennoch skeptisch: Dafür ist die To-Do-Liste noch zu lang.“

In der Wirtschaft überwog dagegen die Vorfreude. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg sagte: „Der Flughafen ist nicht nur das wichtigste Infrastrukturprojekt in Ostdeutschland – er ist zugleich elementar für die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin und Brandenburg.“ Im direkten Umfeld des BER seien schon tausende neue Arbeitsplätze entstanden.



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