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Kinderhospiz : Begleitung auf dem letzten Weg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hospiz- und Palliativtag heute am Kreiskrankenhaus in Perleberg: Kinder stehen im Mittelpunkt

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 08:54 Uhr

Das Thema ist nicht schön, schon gar nicht wenn es Kinder betrifft, aber bei allem Schmerz ist es wichtig: Hospiz – die letzte Heimstätte für die letzten Tage und Wochen vor dem Tod. Speziell dem Thema „Kinderhospiz“ widmet sich heute der Hospiz- und Palliativtag am Kreiskrankenhaus in Perleberg unter dem Motto „Weil jede Minute kostbar ist“.

„In der Prignitz selbst wird es kein stationäres Hospiz mehr geben, das ist politisch entschieden“, sagt Olaf Glomke, Seelsorger im Kreiskrankenhaus. Die nächst gelegenen sind in Stendal und in Neuruppin. Kinderhospize gibt es in Berlin und Cottbus. Um so wichtiger sei es, über dieses Thema zu sprechen, Ängste und Vorurteile abzubauen, so Glomke.

Das Krankenhaus selbst hat eine spezielle Palliativabteilung mit fünf Betten. Oberärztin Irina Krasov führt die Station. Sie ist im Haus die einzige ausgebildete Palliativmedizinerin. „Physiotherapie, spezielle Ernährung, Schmerzmedikamente, psychologische Betreuung von Angehörigen gehören zu unseren Aufgaben“, sagt sie. Patienten sollen möglichst so stabil gemacht werden, dass die Behandlung zu Hause fortgesetzt werden kann. Es geht um ein Stück Lebensqualität – auch für Sterbende.

Für die Betreuung außerhalb der Klinik gibt es eine ambulante Palliativversorgung. „Sie wird maßgeblich durch Dr. Hartmut Parthe aus Groß Pankow koordiniert“, sagt Frank Gehrandt, Chefarzt der Gastroenterologie. Ganz wichtig in diesem Netz sei auch Dr. Torsten Bock aus Wittenberge. Darüber hinaus gibt es ehrenamtliche Hospizdienste in der Prignitz.

Am heutigen Hospiztag wird Christine Wiegand vom Hospiz in Neuruppin ein Schulprojekt vorstellen. Über fünf Tage lang wird das Sterben und der Umgang damit den Kindern altersgerecht vermittelt. Es richtet sich an Schüler der 3. und 4. Klassen. Schulen wurden angeschrieben, Lehrer eingeladen. Bei Interesse soll versucht werden, das Projekt an Prignitzer Schulen anzubieten.

Der Tod kennt kein Alter. Nicht nur Großeltern und Eltern sterben, sondern auch Geschwister. Diesem sensiblen Thema widmet sich Anja Binder von der Björn-Schulz-Stiftung. Sie wird über die Aufgaben und Tätigkeitsfelder eines Kinderhospizes mit dem Schwerpunkt der Geschwister- und Familienbegleitung sprechen.

 

 

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