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Grundstücke werden teurer : Begehrtes Bauland

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Grundstücksmarkt in Brandenburg boomt weiterhin. Insgesamt werden 5,4 Milliarden Euro umgesetzt

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Grundstücke in Brandenburg werden immer teurer. Besonders in Potsdam und im Berliner Speckgürtel steigen derzeit die Preise für Wohnimmobilien. Für einen Quadratmeter Fläche werden in der Nähe des Potsdamer Museums Barbarini fast 1000 Euro gezahlt, sagte der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse, gestern in Potsdam. Der Ausschuss erarbeitet den jährlichen Grundstücksmarktbericht, der als Maßstab für die Bewertung von Grundstücken im Land gilt und wurde gestern für das jahr 2016 vorgestellt. Demnach kosten für den Wohnungsbau bestimmte Grundstücke im Landesdurchschnitt 84 Euro pro Quadratmeter. Verglichen zum Vorjahr sind sie damit um elf Prozent teurer geworden.

Allerdings gibt es weiter deutliche Unterschiede zwischen dem Speckgürtel und der Peripherie: In der Prignitz kostete der Quadratmeter baureifes, individuelles Wohnbauland im letzten Jahr durchschnittlich 19 Euro, in Elbe-Elster sogar nur 14 Euro. In den kreisfreien Städten war es etwas teurer – der Quadratmeterpreis in Cottbus etwa betrug 61 Euro.

Im Berliner Umland wurden dagegen Quadratmeterpreise von 120 Euro im Havelland oder 319 Euro in Potsdam erzielt. „Potsdam ist ein Hotspot für Brandenburg“, sagte Kuse. Hier könne auch schon von einer Überhitzung des Grundstücksmarktes gesprochen werden. „Im Berliner Umland erleben wir ebenfalls eine beginnende Verknappung – es stehen nicht mehr so viele Grundstücke zur Verfügung, der Kampf hat begonnen.“

„Die nach wie vor niedrigen Zinsen und die solide wirtschaftliche Lage sorgen dafür, dass viel Geld in Immobilien fließt“, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD). Der Kauf von Immobilien sei als Anlage und zur Altersvorsorge attraktiv. Zudem würden immer mehr Berliner auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe ins Umland ausweichen. Stärker als in den vergangenen Jahren spüre man aber auch Bewegung auf dem Grundstücksmarkt in den Städten der so genannten „Zweiten Reihe“: Orte, die innerhalb von einer Stunde von Berlin aus erreichbar seien, spürten ebenfalls eine verstärkte Nachfrage.

Insgesamt stieg der Gesamtumsatz bei Immobilienverkäufen in der Mark Brandenburg im vergangenen Jahr um acht Prozent, und erreichte ein Volumen von 5,4 Milliarden Euro.

Deutlich zurückgegangen ist der Umsatz allerdings bei den Acker- und Forstflächen: Die Zahl der Kaufverträge sank hier um 16 Prozent auf 5955. Der damit verbundene Geldumsatz ging um 27 Prozent auf 242 Millionen Euro zurück. „Der Preisanstieg bei Ackerland und Forsten hat sich abgschwächt“, sagte Lange. Aus Sicht der Landesregierung sei dies ein positiver Trend, der der Agrarwirtschaft zu Gute käme. „Die Preise steigen nur noch leicht, und es werden deutlich weniger Flächen verkauft.“ In den vergangenen Jahren hatten vor allem bäuerliche Existenzgründer oft massive Probleme, geeignete Flächen für ihren Betrieb zu finden.

Keine Einbußen gab es im Übrigen im Umfeld des geplanten Großflughafens BER. „Die Fluglärmproblematik merken wir nicht“, sagte Kuse. Auch in Gemeinden, die künftig besonders stark vom Fluglärm betroffen sein werden, etwa Blankenfelde-Mahlow, entwickele sich der Grundstücksmarkt im Takt mit dem übrigen Speckgürtel.


 

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