Brandenburg : Bedroht Spargelfeld die Großtrappen?

Zwei ausgewilderte junge Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen.
Zwei ausgewilderte junge Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen.

Es gibt wieder 200 Tiere. Naturschützer sehen eine neue Gefahr für diese Vögel.

svz.de von
27. März 2016, 05:00 Uhr

Dem Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Großtrappe kommt nach Ansicht von Naturschützern ein Spargelfeld in Schäpe (Potsdam-Mittelmark) gefährlich nahe. Durch den Anbau unter Folie für höhere Erträge gehe den Vögeln Lebensraum verloren, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Großtrappenfördervereins, Norbert Eschholz. „Damit findet nicht einmal mehr ein Spatz Futter.“

Stein des Anstoßes ist ein 20 Hektar großer Acker, auf dem nun Spargel gezogen wird. Spargelbauer Jürgen Jakobs betonte, dass die betreffende Fläche etwa sechs Kilometer entfernt vom Naturschutzgebiet Belziger Landschaftswiesen liege. „Wir haben den Naturschutz im Blick“, sagte er. Der Acker sei in den vergangenen Jahrzehnten immer landwirtschaftlich bearbeitet worden. „Es ist kein Brachland umgewidmet worden“, sagte er.

Aus Sicht des Agrarministeriums können die Auswirkungen des Spargelanbaus in diesem Gebiet auf den Bestand der Großrappen noch nicht bewertet werden. „Die Angelegenheit wird noch geprüft“, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade.

Bundesweit leben etwa 200 Großtrappen - die schwersten flugfähigen Vögel - in freier Wildbahn. In Brandenburg haben sie ihre Heimat im Havelländischen Luch und den Belziger Landschaftswiesen sowie im Fiener Bruch in Sachsen-Anhalt. 1940 gab es etwa 4100 Exemplare der riesigen Vögel, zur Wendezeit waren es 151 und 1991 nur noch 57. Großtrappen - genannt auch „Märkischer Strauss“ - bringen bis zu 15 Kilogramm auf die Waage. Die Tiere, die auf der Roten Liste stehen, benötigen weite Flächen und viel Ruhe. Im Mai beginnt die Balz. Die Männchen zeigen dann ihre eindrucksvollen Hochzeitstänze.

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