Waffen : Zweifel am Nutzen von Auflagen für Waffenbesitzer

Zehntausende Brandenburger verfügen legal über eine oder mehrere Schusswaffen.
Zehntausende Brandenburger verfügen legal über eine oder mehrere Schusswaffen.

Für Brandenburger, die Pistolen oder Gewehre besitzen, gelten strenge Sicherheitsauflagen und regelmäßige Kontrollen durch die Behörden. Doch bringt das wirklich was?

svz.de von
17. März 2014, 22:50 Uhr

Egal ob Jäger, Sportschütze oder Waffensammler – Zehntausende Brandenburger verfügen legal über eine oder mehrere Schusswaffen. Im Land gebe es derzeit 32 213 registrierte Besitzer einer waffenrechtlichen Erlaubnis, sagt ein Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Für sie gelten strenge Sicherheitsauflagen und regelmäßige Kontrollen durch die Behörden. „Bei Regelverstößen drohen Geldstrafen bis hin zum Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis“, heißt es vom brandenburgischen Schützenbund. Dort stuft man die Sicherheitsbestimmungen als „ausreichend“ ein. In dem Verband sind rund 11 000 märkische Schützen Mitglied.

Andere Interessensvertreter legaler Waffenbesitzer im Land sehen das weitaus kritischer. Zwar erachten sie strikte Vorschriften als notwendig, halten sie aber teilweise für übertrieben. „Ein Jäger macht sich schon strafbar, wenn er vergisst, das in seinem Fahrzeug transportierte Waffenfutteral mit einem Vorhängeschloss zu verschließen“, moniert der Sprecher des brandenburgischen Landesjagdverbands, Stephan Elison. Selbst bei Bagatellverstößen in Rechtsbereichen, die nichts mit Jagd- oder Waffenrecht zu tun haben, drohe der Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit.

Nach Information des Potsdamer Innenministeriums beläuft sich die Zahl der registrierten Schusswaffen, für die eine Erlaubnis Pflicht ist, in Brandenburg derzeit auf rund 119 000. Sie alle sind im Nationalen Waffenregister (NWR) eingetragen. „Über das Register können Sicherheitsbehörden bundesweit auf Daten zu Waffen und ihren Besitzern zugreifen“, so ein Ministeriumssprecher.

Waffenhändler Rolf Lange aus Potsdam begrüßt das NWR. Doch die größte Gefahr gehe nicht von den legal registrierten Waffen aus, sondern von den illegalen. Deren Zahl schätzt Lange auf bundesweit 20 Millionen.

Der Betreiber der Internetplattform „Legalwaffenbesitzer.de“, Thomas Richter, verweist in diesem Zusammenhang auf einen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) zur Waffenkriminalität aus dem Jahr 2011. Demzufolge wurden im Zusammenhang mit Straftaten 448 Waffen sichergestellt. Für 28 Prozent war eine Erlaubnis Pflicht, doch nur vier Prozent waren in legalem Besitz.

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