Medaillen : Zuwachs im Gemischtwarenladen

Brandenburgs neueste Medaille wurde am Freitag verliehen. Es ist nur eine von vielen, mit denen Brandenburger geehrt werden.
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Brandenburgs neueste Medaille wurde am Freitag verliehen. Es ist nur eine von vielen, mit denen Brandenburger geehrt werden.

Die neueste Ehrung heißt „Medaille des Landtages Brandenburg zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen“. Um sie gab es viele Diskussionen.

svz.de von
22. März 2014, 12:29 Uhr

Lange wurde darum gestritten. Gestern war es schließlich so weit: Im Rahmen eines Festakts im Plenarsaal des Potsdamer Landtags überreichte Landtagspräsident Gunter Fritsch 29 Bürgern die „Medaille des Landtages Brandenburg zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen“. Eine Auszeichnung, deren Sinn sich im Lauf der Zeit radikal geändert hat: Ursprünglich war die Medaille, deren Stiftung der Landtag im Juni 2013 beschlossen hatte, als Ehrung des Landes für Brandenburger Soldaten bestimmt, die an einem Auslandseinsatz teilgenommen haben. Das scheiterte am Veto der Linkspartei.

Am Ende einigte sich der Landtag auf eine salomonische Lösung: Die Medaille wird nun für ehrenamtliche Tätigkeit in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ebenso verliehen wie für den Einsatz in Krisen- und Konfliktgebieten, im Auslandseinsatz der Bundeswehr oder als Unfallhelfer. Das führte dazu, dass sich Landtagspräsident Gunter Fritsch ausgesprochen diplomatisch ausdrückte: „Jeder noch so kleine Beitrag für ein friedliches und kooperatives Miteinander ist ein wichtiger Baustein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Neben den deutschlandweit vergebenen Auszeichnungen, wie dem Bundesverdienstkreuz, werden die meisten Ehrungen derzeit von der Landesregierung vorgenommen. Allen voran steht der maximal an 20 Personen pro Jahr und höchstens 300 zeitgleich lebende Menschen verliehene „Verdienstorden des Landes Brandenburg“. Das rot-weiße Malteserkreuz, in dessen Mitte sich das Landeswappen befindet, erhielten bislang etwa der Boxer Henry Maske, Schriftsteller Günter de Bruyn und der verstorbene Altbischof Albrecht Schönherr.

Zwölfmal im Jahr zeichnet die Staatskanzlei zudem den „Ehrenamtler des Monats“ aus: Übergeben werden den Geehrten dann ein Füllfederhalter und eine Ehrenurkunde, während Engagierte aus der Seniorenarbeit vom Landesseniorenrat mit dem von der Künstlerin Hedwig Bollhagen gestalteten „Veltener Ehrenteller“ ausgezeichnet werden.

Daneben gibt es vor allem Auszeichnungen für besondere Verdienste: Feuerwehrleute können das „Feuerwehr-Ehrenzeichen“ des Landes und die „Medaille für treue Dienste in der freiwilligen Feuerwehr“ erhalten.

Wer Menschen aus Lebensgefahr rettet, kann vom Innenminister mit der Brandenburgischen Rettungsmedaille ausgezeichnet werden.

Und nach den Flutkatastrophen der letzten Jahre erhielten die an den Deichen kämpfenden Helfer stets vom Land gestiftete Einsatzmedaillen. Diese Auszeichnungen freilich werden dann schon wegen ihres Charakters deutlich öfter verliehen als die Landtagsmedaille oder der Landesorden. Allein die jüngste Fluthilfemedaille wird voraussichtlich fast 17 000-mal vergeben.

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