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Kriminalitätsstatistik : Zahl der Einbrüche steigt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Besonders stark betroffen sind die Kreise im westlichen Speckgürtel von Berlin / Exakte Zahlen für 2014 legt Polizei im Frühjahr vor

von
erstellt am 26.Dez.2014 | 14:33 Uhr

Es ist der Albtraum schlechthin: Die Familie schläft friedlich im Schlafzimmer und im Raum nebenan durchwühlen Einbrecher die Schränke. Bei den Opfern kann vieles zurückbleiben. Wohnungseinbrecher lassen bei den Opfern nicht nur horrende Sachschäden zurück. Auch psychische Leiden können Bewohner davontragen.

Die Betroffenen gehen mit solchen Straftaten ganz unterschiedlich um, sagte die Psychologische Psychotherapeutin Doris Denis. Manche steckten so einen Eingriff in die Privatsphäre weg, andere erkrankten daran. „Es kann sein, dass das grundlegende Sicherheitsgefühl des Menschen verletzt wird.“ Als Folge ließen sich Betroffene besser beraten, bauten stärkere Schlösser in die Tür, sagte sie.

Manche Patienten entwickelten Rituale, um zu prüfen, ob jemand in der Wohnung war oder nicht. „Da wird dreimal abgeschlossen oder die Fußmatte besonders ausgerichtet.“ Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt in Brandenburg an. Die Polizei registrierte 2013 rund 4000 Einbrüche, im Jahr davor 3735. Aus den Daten für das jetzt zu Ende gehende Jahr lasse sich keine eindeutige Tendenz für dieses Phänomen erkennen, teilte das Polizeipräsidium in Potsdam mit.

„Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahlen noch weiter auf hohem Niveau bewegen werden.“ Daten für 2014 wurden noch nicht genannt. Diese stellt das Innenministerium traditionsgemäß im Frühjahr vor.

Eines kann aber schon jetzt gesagt werden: Von Wohnungseinbrüchen ist besonders der westliche Teil des Berliner „Speckgürtels“ betroffen: die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Havelland und Oberhavel. Das berichtete die Polizei. Zur Aufklärungsquote hieß es, es zeichne sich ein leichter Anstieg ab.

Eine Sprecherin der Opferorganisation Weißer Ring aus dem Landkreis Havelland sagte, bisher hätten sich relativ wenig Menschen gemeldet, in deren Wohnung eingebrochen worden sei. „Und wenn sie sich melden, dann fast immer recht spät“, sagte sie. Einbrecher seien massiv im berlinnahen Raum unterwegs. Der Verein versuche mit präventiven Maßnahmen auch gerade ältere Bürger zu beraten.

Die Berliner Psychologin Doris Denis gab zu bedenken, dass die Wohnung an sich ein extrem wichtiger und intimer Rückzugsort für Menschen ist. „Sie gibt Sicherheit und bietet Schutz vor der Welt draußen“, erläuterte sie. „Da ist ein Einbruch eine gravierende Grenzüberschreitung.“ Betroffene könnten das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden verlieren. Dies wiederum führe zu Ängsten und Stress, was sich in Konzentrations- und Schlafstörungen äußern könne. „Erhöhte Anspannung führt zu erhöhter Reizbarkeit“, betonte Denis. Die Betroffenen seien wachsamer, schreckten schneller auf oder klagten über körperliche Anspannungen.

 

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