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Kampf um Köpfe : Wie die Uckermark um Rückkehrer wirbt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es gibt nicht nur Auswanderer in Brandenburg. Manche kehren auch zurück. Seit einem Jahr hilft ein Landkreis mit einer besonderen Einrichtung.

„Suche Räume für Tierarztpraxis, Baugrundstück oder Häuschen im Grünen.“ Wer in die Uckermark zurückkommen oder sich dort neu ansiedeln möchte, hinterlässt meist konkrete Vorstellungen auf dem Schwarzen Brett der Willkommens-Agentur im Internet. „Die Rückkehr ist ein langer Prozess“, sagt eine Sprecherin der in Templin ansässigen Einrichtung. Seit einem Jahr kümmert die sich um Leute, die der strukturarmen Gegend einst den Rücken kehrten und nun zurück wollen. Es gibt aber auch Neuansiedler.

Die Agentur hilft, Wünsche zu erfüllen, bei Behördengängen und vermittelt Kontakte. Mehr als 200 Menschen hätten die Dienstleistungen im ersten Jahr in Anspruch genommen, heißt es in einer Mitteilung. Etwa 30 Leute haben sich bisher angesiedelt – nicht viel, bedenkt man, dass Brandenburgs Nordosten unterm Strich nach Angaben des Landkreises immer noch rund 1500 Einwohner pro Jahr verliert.Einer von ihnen ist Arne Roßberg. Der Leichtathlet ging schon als Schüler wegen seiner sportlichen Karriere weg, über die Sportschule zum Studium. 2013 kam er aus Nordrhein-Westfalen zurück und eröffnete in Templin ein Fitness- und Gesundheitsstudio. „Es geht überraschend gut“, sagt der 35-Jährige.

Rückkehrer brauchen Zeit. Es lägen Anfragen von Interessenten mit kleinen Kindern vor, die so planen, dass der Nachwuchs in der Uckermark eingeschult wird, erzählt die Agentur-Sprecherin. Viele suchten in der Tourismusbranche Arbeit. Das biete sich bei dieser Landschaft auch an, meint sie. Die meisten Anfragen kämen von Facharbeitern. „Wir haben niemanden, der zurückkam und arbeitslos ist.“ Viele wagten auch den Sprung in die Selbstständigkeit, so wie Nico Lüttschwager. Der 33-Jährige bewältigte 22 000 Kilometer, um seinen Geburtsort Prenzlau wieder zu erreichen. Er kam aus Australien, noch bevor es die Agentur gab. „Wir haben ihn auf seinem Weg in die Selbstständigkeit begleitet“, berichtet die Sprecherin. Lüttschwager gründete zu Jahresbeginn eine Firma. Er baut Reisefahrzeuge auf und um. Zurück kam er wegen der Familie. Aber: „Auch Natur spielt für mich eine ganz wichtige Rolle.“ Da sei für ihn in Deutschland nur die Uckermark in Betracht gekommen.

Unter den Anfragen, die der Agentur vorliegen, ist auch die einer Brandenburgerin aus den Niederlanden. Die Frau möchte sich als Segelmacherin in der Uckermark etablieren. „Sie zieht in den nächsten Wochen um“, freut sich die Sprecherin über die Neuansiedlerin.

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