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Jugendämter : Weniger Kinder aus Familien herausgegenommen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das scheint in Brandenburg zu klappen. Der Deutsche Familienverband ist voll des Lobes.

Die Arbeit der Jugendämter in Brandenburg genießt unter Verbänden vielerorts einen recht guten Ruf. Die Ämter hätten mittlerweile ein positives Image, sagte etwa der Geschäftsführer des Deutschen Familienverbands Brandenburg (DFV), Dieter Willholz. „Es sind eben nicht die bösen Beamten, die Müttern beim leisesten Verdacht auf falsche Erziehung ihre Kinder wegnehmen.“

Soziale Brennpunkte, wo die Behörden besonders gefordert sind, gibt es Willholz zufolge vor allem in größeren Städten wie Brandenburg/Havel oder Frankfurt/Oder. Jugendämter kümmern sich etwa um Kinder und Jugendliche, die von Angehörigen misshandelt werden, von Verwahrlosung bedroht oder manchmal selbst so auffällig geworden sind, dass Angehörige mit ihnen nicht mehr fertig werden. In der Regel werden die Bemühungen der Jugendämter nach Einschätzung von Willholz in den Familien als echte Hilfeleistung angesehen. „Es kommt aber auch sporadisch zu Fällen, in denen Mitarbeiterinnen verbal attackiert wurden, vereinzelt auch zu bedrohlichen Situationen, die es erfordern, die Polizei hinzuzuziehen“, so der Leiter des Jugendamts Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin, Andreas Liedtke.


Rückgang als landesweiter Trend


Bei Hinweisen auf mögliche handfeste Konflikte mit Eltern sind in Ostprignitz-Ruppin immer mindestens zwei Mitarbeiter mit dem jeweiligen Problemfall befasst. „Es gibt ein Alarmsystem zur Information von anderen Mitarbeiterinnen über das Telefon, als auch akustische, mobile Alarmgeber, die jedoch noch nicht zum Einsatz kommen mussten“, so der Jugendamtsleiter. Gleichzeitig beklagte er eine sehr hohe Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiter.

In Ostprignitz-Ruppin muss das Amt Liedtke zufolge immer weniger Kinder und Jugendliche aus ihren Familien nehmen. Im Jahr 2014 waren es bis November 84 Inobhutnahmen, 2013 noch 115 und 2012 noch 144. Damit folgt der Kreis einem landesweiten Trend. 2013 wurden nach Angaben des Potsdamer Jugendministeriums zwischen Wittenberge und Senftenberg 1460 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien herausgenommen, davon 1081 wegen offensichtlicher Gefährdung und knapp 380 auf Wunsch des Kindes oder Jugendlichen.

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