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Zusammenbruch des Nahverkehrs? : Verkehrsverbund schlägt Alarm

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Derzeit sei unklar, in welcher Höhe der Bund den Ländern finanzielle Mittel aus dem Regionalisierungsgesetz für die Bestellung des Nahverkehrs auf der Schiene zur Verfügung stellt, teilte der VBB gestern mit.

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2015 | 18:31 Uhr

In einem Brief an die Brandenburger und Berliner Bundestagsabgeordneten warnt die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Susanne Henckel, vor einem Zusammenbruch des Nahverkehrs in beiden Bundesländern. Derzeit sei unklar, in welcher Höhe der Bund den Ländern finanzielle Mittel aus dem Regionalisierungsgesetz für die Bestellung des Nahverkehrs auf der Schiene zur Verfügung stellt, teilte der VBB gestern mit.

Die Bundesländer fordern eine Erhöhung von aktuell 7,3 auf 8,5 Milliarden Euro sowie eine jährliche Dynamisierung von zwei Prozent. Der Bund sieht lediglich eine Erhöhung auf 7,4 Milliarden vor, wovon Brandenburg 423 Millionen Euro zustünden. Zu wenig, wie VBB-Geschäftsführerin Henckel findet: „Es kann nicht sein, dass wir immer höhere Infrastrukturkosten für die Benutzung von Trassen und Stationen zahlen müssen und immer weniger Geld für die Bestellung von Verkehrsleistungen zur Verfügung haben“, warnt sie und bittet die Politiker, den Gesetzentwurf der Länder zu unterstützen.

Zumindest Annalena Baerbock (Grüne) ist dazu bereit. „Die Finanzierung des Nahverkehrs braucht eine langfristige Perspektive“, betont sie. Wenn der Bund sein Angebot nicht erhöht, würden Qualitätseinbußen und Streckenstilllegungen drohen. Der Öffentliche Personennahverkehr hat sich in den letzten Jahren in Brandenburg und Berlin positiv entwickelt: Die Fahrgastzahlen stiegen zwischen 2000 und 2012 um 22 Prozent und erreichten im Jahr 2013 mit 1,3 Milliarden Passagieren einen Rekordwert.

Neben den Fahrgeldeinnahmen sind die Gelder, die die Länder vom Bund als Regionalisierungsmittel erhalten, die wichtigste Finanzierungsquelle. „Eine notwendige Ausweitung der Verkehrsleistungen insbesondere im Regionalverkehr ist in der jetzigen Situation weder planbar noch durchführbar“, kritisiert der VBB.

 

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