Treffen Geplant : Umstrittener weißer Adler soll weg

Muss dem althergebrachte Wappentieres weichen: der weiße Adler.
Muss dem althergebrachte Wappentieres weichen: der weiße Adler.

Im Plenarsaal des Potsdamer Landtages wird noch vor der Sommerpause der umstrittene weiße Adler durch einen roten ersetzt. Der förmliche Beschluss dazu wird nächste Woche gefällt. Gestern wurden im Präsidium die Weichen dafür gestellt.

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27. März 2014, 08:35 Uhr

Im Plenarsaal des Potsdamer Landtages wird noch vor der Sommerpause der umstrittene weiße Adler durch einen roten ersetzt. Der förmliche Beschluss dazu wird nächste Woche gefällt. Gestern wurden im Präsidium die Weichen dafür gestellt.

Pro forma wird Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) kommenden Montag noch einmal mit Landtagsarchitekt Peter Kulka reden. Das Landtagspräsidium stellte mit einem Beschluss jedoch die Zielsetzung klar: „Im Sitzungssaal des Landtages Brandenburg wird anstelle des Kunstwerkes ‚Weißer Adler‘ eine zu fertigende Nachbildung des in Artikel 4 der Verfassung des Landes Brandenburg bestimmten Landeswappens angebracht.“

Der Beschluss fiel mit acht zu drei Stimmen, gegen das Votum von Gerrit Große (Linke), Marie Luise von Halem (Grüne) und Marion Vogdt (FDP). Für den kommenden Mittwoch ist eine Sondersitzung des Präsidiums anberaumt, in dem der Beschluss für den Roten Adler förmlich gefasst werden soll – selbst wenn Kulka sich einem Wechsel widersetzen sollte, hieß es im Landtag.

Der Architekt hatte sich für die heraldisch abweichende Farbgebung entschieden, um den Gesamteindruck des Plenarsaales nicht zu stören. Das Rot über dem Rednerpult würde die Aufmerksamkeit zu stark vom jeweiligen Sprecher ablenken, hatte er argumentiert. Damit hatte Kulka zunächst die für die Ausstattung des Landtages zuständige Kunstkommission unter Leitung von Vizepräsidentin Große mehrheitlich überzeugt.

Seit der Einweihung des Landtages im Januar hatten sich jedoch die Stimmen gemehrt, die eine Rückkehr des althergebrachte Wappentieres forderten. Nach der CDU hatte sich auch in der SPD eine Mehrheit gegen den weißen Adler ausgesprochen und selbst bei vielen Linken, die zunächst die Freiheit des Künstlers betonten, ist die Meinung inzwischen gekippt.

Präsidiumsmitglied Ingo Senftleben (CDU) erklärte am Mittwoch: Die Mehrheiten stehen. Der Wille der meisten Abgeordneten ist es, noch vor der Sommerpause den roten Adler im Plenarsaal anzubringen. „Es wäre schön, wenn Herr Kulka uns dazu seinen Segen gibt“, so der CDU-Poltiker. Kulka hatte zu Beginn der Woche angekündigt, für sein Gesamtkunstwerk Plenarsaal zu kämpfen – notfalls vor Gericht. Er hatte mehrfach darauf verwiesen, dass neben dem weißen Adler die Landesfahne mit dem roten Wappentier stehen sollte, die bis heute im Plenarsaal fehlt.

Im Beschluss des Präsidiums ist ausdrücklich vom Kunstwerk „Weißer Adler“ die Rede, der an einer anderen, würdigen Stelle im Gebäude angebracht werden soll. Die Rede ist von der Lobby in der ersten Etage.

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