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Anzeigen-Kampagne : Tausende wollen Lehrer werden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg ist beliebter als Mecklenburg-Vorpommern. Offene Stellen gibt’s in der Prignitz.

Die Anzeigenkampagne, mit der das Potsdamer Bildungsministerium um Kandidaten für die zum nächsten Schuljahr ausgeschriebenen 800 Lehrerstellen warb, hat offenbar alle Erwartungen übertroffen. „In Brandenburg haben wir derzeit 6188 Bewerbungen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Klaus Ness, gestern.

„Wir hatten noch nie so viele Bewerber auf einmal“, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding. Da die 800 Stellen teils geteilt werden sollen, will die rot-rote Landesregierung nach den Sommerferien bis zu 900 neue Lehrkräfte einstellen. Dringend gesucht würden derzeit noch Grundschulpädagogen und Lehrer für die Oberschule.

„Die Menge der Bewerber wird ausreichen, um alle Stellen mit qualifizierten Lehrern zu besetzen“, sagte Ness. „Wir werden nicht auf Seiteneinsteiger zurückgreifen müssen.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende zeigte sich befriedigt darüber, dass sich auf eine ähnliche Werbekampagne aus Mecklenburg-Vorpommern lediglich rund 1700 Lehrer beworben hätten. „Die Kampagne aus MV wirkt frischer – aber offenbar sind bunte Bilder in Anzeigen bei der Frage, wo man einmal leben und arbeiten möchte, nicht ausschlaggebend“, so Ness. „Wichtiger ist die Nähe zur Hauptstadt, und da kann Brandenburg punkten.“

Breiding verwies auf Nachfrage darauf, dass vor allem in der Prignitz und der Uckermark noch viele Stellen offen seien. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Andreas Büttner, forderte Bildungsministerin Martina Münch auf, angesichts der hohen Zahl der Bewerbungen mehr Lehrer einzustellen, als aktuell benötigt würden. „Sonst sind die Bewerber irgendwann nicht mehr auf dem Markt.“ Angesichts der Probleme, in berlinfernen Regionen wie der Prignitz Lehrer zu finden, forderte Büttner die Landkreise auf, ähnlich wie bei Ärzten über Stipendien für Lehramtskandidaten nachzudenken. „Man könnte Lehramtsstudenten einen Bücherzuschuss gewähren, wenn die sich anschließend verpflichten, in der Region zu arbeiten.“

Der Prignitzer CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann beklagte dagegen, dass die Schulämter dem Bewerberansturm nicht gewachsen seien. Hier seien zusätzliche Ressourcen nötig.


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