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Die Zahl der Bedürftigen wächst : Tafeln: Viele Menschen, wenig Essen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

An den Ausgabestellen stünden nicht mehr nur Hartz-IV-Empfänger und einkommensschwache Rentner, sondern auch Asylbewerber und Flüchtlinge.

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erstellt am 21.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Die Brandenburger Tafeln haben einen immer größeren Andrang zu bewältigen. „An einzelnen Ausgabestellen hat sich die Zahl der Besucher fast verdoppelt“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Tafeln, Norbert Weich. So habe sich etwa die Zahl der Bedürftigen in Teltow von rund 120 während des Sommers auf derzeit bis zu 240 erhöht.

An den Ausgabestellen stünden nicht mehr nur Hartz-IV-Empfänger und einkommensschwache Rentner, sondern auch Asylbewerber und Flüchtlinge. „Bei uns hat jeder Zugang, der Unterstützung braucht und das nachweisen kann“, sagte Weich. „Die Helfer stehen vor einer unglaublichen Herausforderung“, sagte der 2. Vorsitzende der Potsdamer Tafel, Johannes Wegner, die für Teltow zuständig ist. „Wir sind an unsere Kapazitätsgrenzen gekommen.“

Ähnliches kann auch Marlies Müller, die Vorsitzende des Sozialen Aktionsbündnis Prignitz berichten: „Die Zahl der Bedürftigen hat deutlich zugenommen – seit Mitte 2013 um etwa 30 bis 40 Prozent“. Und auch hier sind es vor allem Rentner, Alleinerziehende oder Alleinstehende, die das Angebot in Anspruch nehmen.

Wichtig sei deshalb ein gerechtes Verteilsystem, damit die größte Not gelindert werden könne. „Wir können aber keine Grundversorgung sichern, sondern bieten Unterstützung“, betonte Weich.

Pro Tag würden landesweit aus Supermärkten, gastronomischen Einrichtungen oder anderen Betrieben fast vier bis fünf Tonnen abgeholt. Etwa zwei bis drei Tonnen können dann in den Tafeln verteilt werden. Es würden dringend Lebensmittel-Spender benötigt, sagte Weich. „Wir können nur das weitergeben, was uns zur Verfügung gestellt wird.“

Nach seinen Angaben verkaufen inzwischen viele Supermärkte Artikel preiswerter, wenn die Verpackung nicht mehr ansehnlich sei oder das Haltbarkeitsdatum in Kürze ablaufe. Aus Sicht der Sprecherin der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover, die Supermärkte in Brandenburg betreibt, gibt es keine Einschnitte bei den Spenden. Es werde jedoch effektiver geplant, bei weniger Produkten liefe die Haltbarkeit ab.

Diese Vorgehensweise merken auch die Tafeln in der Prignitz. „Diese Planung spüren wir schon, doch es liegt nicht nur an den Discountern, dass die Spenden zurück gehen. Was die Ursache ist, kann ich jedoch auch nicht sagen“, erklärt Marlies Müller.

In der Region Berlin-Brandenburg gibt es nach Angaben des Landesverbandes 41 Tafeln mit 100 Ausgabestellen, 55 davon in Brandenburg. Bis zu 50 000 Bedürftige in der Region sind derzeit für eine Versorgung registriert. Gudrun Janicke Seite 8

 

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