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Großschutzgebieten : Tack hält an Stiftungslösung fest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Umfrage: Brandenburger stehen Naturparks positiv gegenüber

Im letzten Herbst scheiterte Umweltministerin Anita Tack (Linke) an der SPD: Die Pläne, die Großschutzgebiete des Landes in eine Stiftung zu überführen, verschwanden nach heftigem Widerstand der SPD in der Schreibtischschublade. Nach den Landtagswahlen im Herbst allerdings könnten sie wieder hervorgeholt werden.

Das machte Tack gestern bei der Vorstellung einer Studie zur Akzeptanz Brandenburger Naturparks in der Potsdamer Staatskanzlei deutlich. „Wir haben den fertigen Entwurf eines Stiftungsgesetzes“, sagte Tack. Für die nächste Legislaturperiode stehe dieses Thema weiter im Fokus.

Gestern indes rührte die Politikerin weiter die Werbetrommel für die Brandenburger Naturparks. Eine Studie der Geographin Prof. Susanne Stoll-Kleemann von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald nämlich bescheinigte den Schutzgebieten eine hohe Akzeptanz in der Brandenburger Bevölkerung. Untersucht wurden die Naturparks Barnim, Stechlin-Ruppiner Land und Niederlausitzer Heidelandschaft. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich den Brandenburger Naturparks sehr verbunden – wobei allerdings manche Fragestellungen der rund 25 000 Euro teuren Studie bei näherem Hinsehen zu Stirnrunzeln führen.

So wurden die im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land lebenden Studienteilnehmer etwa gefragt: „Mir gefällt Natur und Landschaft hier in der Region – wie sehr trifft das auf sie zu?“ Dass 100 Prozent der Befragten mit „trifft zu“ und niemand mit „weder noch“ oder „trifft nicht zu“ antwortete, überrascht angesichts der vagen Fragestellung nicht.

Augenfälliger sind andere Studienergebnisse: So antworteten 51 Prozent der Befragten aus dem Bereich des zwischen Fürstenberg (Havel) und Wittstock gelegenen Gebiets, sie hätten nur eine ungefähre Vorstellung davon, was eigentlich die Aufgaben des Naturparks seien. Und 45 Prozent erklärten, „Die Gründe, warum etwas im Naturpark unterstützt oder verhindert wird, kann man oft nur schwer nachvollziehen.“ Die Brandenburger Opposition blickte dann auch eher skeptisch auf die Studie. „Im Havelland, wo ich lebe, sehe ich einer eine Distanz der Menschen zum Naturpark“, sagt der umweltpolitische Sprecher der CDU, Dieter Dombrowski.

„Umfragen sind immer abhängig davon, wie welche Frage gestellt wird“, ergänzt der FDP-Umweltpolitiker Gregor Beyer. „Ein Naturpark ist für die breite Masse der Bevölkerung nie etwas schlechtes – aber was ein Naturpark genau macht, versteht kaum jemand.“ Umweltministerin Tack hätte die Chance gehabt, in ihrer Amtszeit das System der Schutzgebiete sauber durchzufinanzieren und auf einen festen Boden zu stellen. „Das wäre ihre Aufgabe gewesen – und nicht die Beauftragung einer weiteren Umfrage.“


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