Landtagswahl : SPD setzt auf bewährtes Personal

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Bei uns besteht ein„Senioritätsprinzip“, erklärt der Unterbezirksvorsitzende von Potsdam, Mike Schubert. Der Begriff besagt, das die altgedienten Landtagsabgeordneten vorn auf der Liste einsortiert werden und die Jüngeren sich hinten anstellen müssen.

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11. Februar 2014, 13:42 Uhr

Die brandenburgische SPD stellt aktuell die personellen Weichen für die Landtagswahl. Der Vorstand soll jetzt einen Vorschlag für die Landesliste erstellen, doch dürfte der Nachwuchs es schwer haben, sich unter die Altgedienten zu mischen.

Bei uns besteht ein„Senioritätsprinzip“, erklärt der Unterbezirksvorsitzende von Potsdam, Mike Schubert. Der Begriff besagt, das die altgedienten Landtagsabgeordneten vorn auf der Liste einsortiert werden und die Jüngeren sich hinten anstellen müssen. Natürlich wird Ministerpräsident Dietmar Woidke die Liste anführen. Die stellvertretende Landesvorsitzende und Bildungsministerin Martina Münch, Generalsekretärin Klara Geywitz, Fraktionschef Klaus Ness und die weiteren Minister der SPD werden auf vorderen Plätzen folgen. Auch Bauernpräsident Udo Folgart oder der Gewerkschafter Detlef Baer werden weit vorn rangieren.

Wieder in den Landtag drängt es auch Tina Fischer. Sie war 2009 hineingewählt worden, wurde jedoch zur Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten ernannt und musste ihr Mandat abgeben. Nun will sie zurück ins Parlament. Der Staatssekretärsposten gilt als Verhandlungsmasse, um jemand bei der nächsten Regierungsbildung aus der ersten Reihe nehmen zu können. Auch Kulturstaatssekretär Martin Gorholt tritt im Havelland an. 2009 kam er über die Liste in den Landtag, musste sein Mandat aber für den Staatssekretärsposten wieder abgeben. Um ein Direktmandat für die SPD bemüht sich auch Ulrike Liedtke. Die Chefin der Musikakademie Rheinsberg drängt damit in die Politik. Auch der Altlandsberger Arzt Ravindra Gujjula will einen neuen Anlauf dazu nehmen. Frühere Versuche in den Landtag oder den Bundestag zu kommen, scheiterten.

In Oberhavel tritt Lothar Kliesch an. Der 63-Jährige saß bereits bis 2004 im Landtag und galt unter seinen Kollegen als Querkopf. Bei den vergangenen Wahlen konnte er sein Mandat nicht wieder erringen. Nun will er noch einmal mit seinen unbequemen Ideen mitmischen, wie er sagt. Dazu müsste er wohl das Direktmandat erringen, auf der Liste dürfte er nicht allzu weit vorn landen.

Von den Jusos hat es nur deren Landesvorsitzender Erik Stohn geschafft, für ein Direktmandat nominiert zu werden. Er tritt in Teltow-Fläming an. Der Landesverband fordert jedoch, dass mindestens zwei oder drei Nachwuchspolitiker auf aussichtsreichen Plätzen der Liste einsortiert werden. Laut Stohn also vor dem Listenplatz 25.

Allerdings ist Nachwuchs letztlich auch eine Definitionsfrage. Während die Jusos Personen unter 35 im Auge haben, sieht man im Landesverband die Kreisvorsitzenden von Potsdam und dem Barnim, Mike Schubert und Daniel Kurth (beide Anfang 40), als Nachwuchspolitiker an. Sie bemühen sich um ein Direktmandat. Für die Reihenfolge auf der Liste wäre es eine Überraschung, wenn sie sich vor die einen oder anderen aktuellen Abgeordneten drängeln könnten.

Übrigens ist der Listenvorschlag, wie er vom Vorstand in einer Klausur zusammengesetzt wird, bei der SPD schon so gut wie gewählt. Generalsekretärin Klara Geywitz verweist auf den letzten Versuch einer Gegenkandidatur 1999. In diesem Jahr hatte Ravindra Gujjula versucht, den damaligen Generalsekretär Klaus Ness von Platz 19 zu verdrängen. Die Mitglieder der Vertreterversammlung stimmten mehrheitlich für Ness. Genutzt hat ihm das nichts, da die SPD so viele Direktmandate gewann, dass die Liste quasi keine Bedeutung hatte. Ob diesmal die Liste ausschlaggebend ist, lässt sich nicht absehen.

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