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TV-Auftritt vor Landtagswahlen : Showdown im Fernsehstudio

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kurz vor den Wahlen treffen die Spitzenkandidaten letztmals aufeinander

Zu dritt sitzen sie auf den Barhockern am weißen Studiotisch. Die Scheinwerfer gehen an. Die RBB-Moderatoren Tatjana Jury und Dirk Platt begrüßen Christian Görke (Die Linke), Michael Schierack (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) in ihrem Studio. „Ein Landwirt, ein Lehrer, ein Arzt.“ Zum ersten Mal in diesem Wahlkampf trifft Ministerpräsident Woidke auf die Spitzenkandidaten der beiden anderen Parteien. Allen anderen Diskussionsforen hatte er sich verweigert.

Während der Aufzeichnung wirkt Woidke staatsmännisch und souverän. Finanzminister Christian Görke (Linke) ist vor allem zu Beginn der Sendung sichtlich nervös, CDU-Herausforderer Michael Schierack dagegen erscheint ruhiger als sonst – doch er nutzt jede Frage, um sich fast schon anbiedernd als Koalitionspartner ins Spiel zu bringen.

Zu Beginn der rot-roten Landesregierung habe er Woidke bewundert, weil er „standhaft gewesen“ sei und „Rückgrat“ gegen Rot-Rot gezeigt habe. „Und nun sind Sie Ministerpräsident geworden, und möchten mit den Roten weiterregieren“, so Schierack. Bei den Sachthemen allerdings geraten die Kandidaten von CDU und Linker gleichermaßen ins Schwimmen. Auf die Frage der Moderatorin, was er denn machen würde, wenn seine Familie von Abbaggerung betroffen wäre, antwortet Schierack nicht. Allgemein spricht er davon, dass der Braunkohleabbau noch nötig sei. Görke dagegen wirkt bei diesem Thema zwar nervös, ist aber am Konkretesten: „Das Braunkohlefenster schließt sich bis 2040.“ Doch auf die Frage, ob es einen neuen Tagebau braucht, sagt er nur „womöglich“ nicht.

Und der Ministerpräsident? „Die Braunkohle wird für den Energiemix in Summe weiter wichtig sein“, sagt Woidke. „Es wird genau so lange der Braunkohle bedürfen, bis die Erneuerbaren zuverlässig geworden sind.“

Ähnlich beim BER. „Ich habe das Gefühl, dass da eine Ruine steht, ein Mahnmal für die Politik von Rot-Rot in diesem Land“, sagt Schierack. „Ich als Ministerpräsident werde den Flughafen zur Chefsache machen, aber ich werde nicht in den Aufsichtsrat gehen.“

Dass im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft auch zahlreiche CDU-Vertreter sitzen, übersieht der Herausforderer souverän – und prompt erinnert ihn Woidke daran. „Wir müssen alles dafür tun, dass dieses Projekt so schnell wie möglich an den Start kommt“, so Woidke. „Wenn wir alles so viel gehabt hätten, wie Eröffnungstermine, wären wir heute fröhliche Menschen.“ Görke dagegen machte deutlich, dass er es für richtig hält, dass der Brandenburger Finanzminister im Aufsichtsrat des Flughafens sitzt. „Es geht ja immerhin um Steuergelder.“

Mit denen will sich künftig auch Michael Schierack beschäftigen. Auf die Frage des Ministerpräsidenten, was er denn als Finanzminister machen würde, kündigte Schierack an, einen „soliden Haushalt“ gestalten zu wollen. War das etwa schon ein Jobangebot?

„Das wollte ich ja nur wissen, weil dann von ihrem Wahlprogramm nicht mehr die Rede sein dürfte“, so Woidke. Doch für die meisten Lacher sorgte eine Fragerunde, der die Kandidaten schnell und spontan auf Stichworte reagieren mussten. So bekannte Dietmar Woidke, lieber mit Klaus Wowereit als mit Hartmut Mehdorn im Fahrstuhl stecken bleiben zu wollen. Christian Görke wollte statt der Bibel lieber das Kapital mit auf eine einsame Insel nehmen, sich dort aber lieber dem Wassersport widmen. Und Michael Schierack? Auf die Frage, ob er lieber „Putschen oder Abtauchen“ wolle, antwortete er – „Abtauchen“.


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