Ende des großen umziehens : Regierung rückt zusammen

In den vergangen Jahren wurden bereits drei Neubauten für die verschiedenen Bereiche errichtet.  Ab August sollen so alle Ministerien in Potsdams Mitte konzentriert sein.
In den vergangen Jahren wurden bereits drei Neubauten für die verschiedenen Bereiche errichtet. Ab August sollen so alle Ministerien in Potsdams Mitte konzentriert sein.

Der letzte Umzug der Landesregierung wird vorbereitet. Ab August sollen alle Ministerien in Potsdams Mitte konzentriert sein.

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09. Juni 2015, 10:00 Uhr

Der letzte Umzug der Landesregierung wird vorbereitet. Ab August sollen alle Ministerien in Potsdams Mitte konzentriert sein. Der Abschied von den Häusern, in denen nach der Wende Regine Hildebrandt und Matthias Platzeck wirkten, fällt nicht allen leicht.

So kann sich Thomas Barta, Abteilungsleiter Gesundheit, noch daran erinnern, wie nach der Wende die ehemalige Kaserne der DDR-Grenztruppen vom neu gegründeten Sozialministerium bezogen wurde. Im vertäfelten Versammlungsraum prangte ein Wandgemälde, das Grenzsoldaten mit aufgepflanzten Bajonetten zeigte. Es wurde schnell übermalt, bevor Denkmalschützer die damalige Hausherrin Regine Hildebrandt zwingen konnten, immer unter den Augen der Grenztruppen zu tagen. Ob das Bild jetzt frei gelegt wird, ist offen. Der Nachnutzer für den Backsteinbau steht noch nicht fest. „So grün werden wir es nicht mehr haben, sagt Barta angesichts des Parks rings um das Haus. Dafür erhalten die 275 Mitarbeiter moderne Klimatechnik und Beratungsräume, die den Namen auch verdienen.

Auf dem Gelände des Innenministeriums ist ein moderner Verwaltungsbau errichtet worden, der auch noch das Landwirtschafts- und Umweltministerium beherbergen wird. Die Mitarbeiter dieses Ressorts residierten seit Anfang der 90er in Provisorien. Die grün-weißen Container des Landwirtschaftsministeriums in Nachbarschaft des Sozialministeriums gelten seit Langem als verschlissen. Trotzdem werden sie weiter von der Bundespolizei genutzt – als Hauptquartier.

Das frühere Umweltministerium, in das Matthias Platzeck als erster Minister nach der Wende einzog, liegt idyllisch auf dem Telegrafenberg oberhalb des früheren Landtages. Das Gebäude in Leichtbauweise soll an das benachbarte Geoforschungszentrum übergehen, dass dringenden Raumbedarf hat. Auch auf dem Berg sind nicht alle Mitarbeiter begeistert, ins neue Ministerium und damit in die unmittelbare Nähe der Hausleitung zu ziehen.

Der Neubau, für den das Land in den kommenden 30 Jahren rund 80 Millionen Euro (inklusive Betriebskosten) im Mietkaufverfahren zahlen muss, ist der dritte Ministeriumsneubau. 2006 wurde das Bildungsministerium für 13,6 Millionen Euro und 2010 das Finanzministerium (15 Millionen Euro) fertig. Beide befinden sich auf dem Gelände der Staatskanzlei. Ministerpräsident und Justizminister residieren in der ehemaligen Preußischen Kadettenanstalt, die in der zweiten Hälfte der 90er aufwendig umgebaut wurde. Im ältesten Haus auf dem Gelände ist das Wirtschaftsministerium untergebracht.


Bereits der dritte Ministeriumsneubau


Der zweite Regierungsstandort befindet sich am Rande des Lustgartens. Dort sitzt der Innenminister in einem Haus, das vom Baumeister Friedrichs II., Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, stammt. Allerdings ist darin nur Platz für die Führungsebene, die Mitarbeiter arbeiten in früheren Gebäuden der DDR-Volkspolizei. Die gemeinsame Kantine für den Behördenstandort ist ein Plattenbau, in dem sich ebenfalls ein sozialistisches Wandgemälde im Treppenhaus findet. Dieses wurde jedoch nicht übermalt. Der uniformierte Volkspolizist wurde mit einem Vorhang verdeckt – der Feuerwehrmann ist dagegen zu sehen.

Das Verkehrsministerium komplettiert das Gelände. Für das Ressort wurde eine frühere Gewehrfabrik umgebaut. Das Kulturministerium ist als einziges nicht auf einem der beiden Areale untergebracht. Es befindet sich einen Steinwurf vom Verkehrsministerium entfernt im Großen Militärwaisenhaus zur Miete. Ursprünglich sollte der nun fertige Neubau auch das Kulturministerium aufnehmen, das wurde dann jedoch als zu teuer verworfen.

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