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Vor der Landtagswahl : Parteien setzen verstärkt auf Online-Kampagnen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für Wahlkampf im Internet geben die Parteien mittlerweile viel Geld aus / Zielgruppe vor allem Jungwähler

Ob Twitter, Facebook oder professionell gestaltete Partei-Homepages: Das Internet spielt im Brandenburger Landtagswahlkampf in diesem Jahr eine herausragende Rolle. Im Zeitalter der Neuen Medien verzichtet keine der großen Parteien mehr auf einen breit gefächerten Online-Auftritt.

„Damit Brandenburg in guten Händen bleibt“: Die SPD setzt auch im Internet auf einen Wahlkampf, der in erster Linie auf Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zugeschnitten ist. Der erste Link auf der Homepage des Landesverbands führt zu einem Youtube-Video, in dem Woidke von der Brandenburger Heimat schwärmt: „Heimat ist da, wo man sich zu Hause fühlt“, sagt der Landesvater rührselig. Draußen vor dem Fenster zieht ein Schwarm Vögel vorbei.

„Wohlfühl-Wahlkampf“ sagen Woidkes Gegner dazu. CDU-Kontrahent Michael Schierack konzentriert sich daher auf die Probleme im Land. „Mist, schon wieder Schlaglöcher“, kritisiert der Spitzenkandidat der Christdemokraten und verspricht 50 Millionen Euro mehr für den Ausbau und Erhalt der Straßen. Außerdem geht es auf der CDU-Homepage um den Unterrichtsausfall an den Schulen und die Innere Sicherheit. Dazu gibt es viele bunte Bilder, CDU-Radio-Wahlwerbung können sich die User über die Musikplattform Soundcloud anhören.

Dass der Auftritt in den neuen Medien nützlich ist, davon sind alle Parteien überzeugt. Die Grünen etwa haben zum ersten Mal ein Extra-Budget für den Wahlkampf in den Neuen Medien geschaffen, wie Parteisprecher Simon Zunk verrät. Dazu gehöre Werbung bei Facebook, aber auch verbesserte Suchmaschinen-Einträge bei grünen Kernthemen wie Massentierhaltung oder Braunkohle. Wenn ein User beispielsweise bei Google „Braunkohle in Brandenburg“ eingibt, erscheint relativ weit oben die kritische Position der Grünen zu dem Thema.

Bei der Brandenburger Linken liege das Budget für den Online-Landtagswahlkampf im vierstelligen Bereich, sagt Landesgeschäftsführerin Andrea Johlige. Die Partei unterhalte davon professionelle Partei- und Kandidaten-Homepages und sei bei Twitter und YouTube aktiv. Der Schwerpunkt bei den sozialen Medien liege aber bei Facebook.

Linken-Spitzenkandidat Christian Görke hat auf seiner offiziellen Facebook-Seite zuletzt für jeden sichtbar sein Titelbild geändert: Es zeigt ein ganzes Bündel von blauen Luftballons mit weißen Friedenstauben. 25 Personen gefällt das.

Das Schöne an den Neuen Medien sei, dass die Partei und ihre Kandidaten dort auch Rückmeldung von Bürgern bekämen, erklärt Johlige. Diese müssen allerdings nicht immer positiv ausfallen. „Na, schon über eine Koalition mit der Alternative für Deutschland (AfD) nachgedacht“, fragt eine Bürgerin die Brandenburger CDU auf deren Facebook-Seite. Eine Antwort gibt es von den Christdemokraten nicht, obwohl sie sicherlich interessant wäre.

Nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen darf sich die rechtskonservative Partei große Hoffnung machen, auch in den Potsdamer Landtag einzuziehen. „Bodenständig und frei leben“, lautet das Motto der märkischen AfD. Das 42-seitige Wahlprogramm kann man sich auf der Partei-Homepage als PDF vom Computer herunterladen.

Zielgruppe der Parteien im Internet sind vor allem junge Menschen: Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter werden vor allem von ihnen genutzt. Und bei der Landtagswahl am 14. September dürfen in Brandenburg erstmals Jugendliche ab 16 Jahren mitwählen. Seine Stimme abgeben geht aber nach wie vor nur offline: Per Brief oder im Wahllokal des Heimatorts. 

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