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Flüchtlinge in Brandenburg : „Nicht länger zumutbar“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es wird kalt: Brandenburg zieht die Konsequenzen und baut unbeheizte Flüchtlingszelte ab

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 16:18 Uhr

Flüchtlinge werden in Brandenburg ab sofort nur noch in winterfesten Quartieren untergebracht. Rund 200 Menschen sollten gestern aus nicht beheizbaren Zelten zu anderen Unterkünften gebracht werden, wie das Innenministerium in Potsdam mitteilte.

Die Zelte sollen heute abgebaut werden. Sie dienten zur Erstaufnahme von Flüchtlingen. Innenstaatssekretär Matthias Kahl sagte, angesichts der sinkenden Temperaturen sei eine Unterbringung in diesen Zelten „nicht länger zumutbar“. Die Unterbringung in Sommerzelten sei eine „unvermeidliche Notmaßnahme“ gewesen, mit der man auf die massiv steigenden Flüchtlingszahlen reagiert habe, sagte Kahl. „Die Lösung konnte und durfte nicht von Dauer sein.“

Am Standort Unterschleuse der Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt sollen nun bis zu 16 Leichtbauhallen entstehen, die insgesamt maximal 1000 Plätze bieten.

Nicht beheizbare Zelte gab es in Unterschleuse sowie an der Poststraße in Eisenhüttenstadt und in Ferch bei Potsdam. Ihre Belegung wurde schon in den vergangenen Tagen wegen der sinkenden Temperaturen zurückgefahren. Rund 1000 Plätze für die Erstaufnahme waren nicht winterfest – zuletzt war aber nur noch etwa ein Fünftel davon belegt. Notunterkünfte gibt es aber weiterhin, etwa eine Messehalle in Frankfurt (Oder) oder beheizbare Zelte in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster).

Bis Ende September waren knapp 17 200 Flüchtlinge nach Brandenburg gekommen, davon rund 7000 allein im September. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 6300 gewesen. Bis zum Jahresende könnten 30 000 Asylbewerber kommen.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte am Donnerstag angekündigt, das Land müsse im kommenden Jahr mit mehr als 40 000 Flüchtlingen rechnen. Daher würden die Erstaufnahmestellen bis zum Frühjahr auf 10 000 Plätze ausgebaut.

In der Erstaufnahmeeinrichtung und ihren Außenstellen befanden sich gestern knapp 3400 Menschen. Am Freitag traf erneut ein Sonderzug mit Flüchtlingen am Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen ein. Die etwa 400 Menschen wurden etwa je zur Hälfte in Unterkünfte nach Brandenburg und Berlin gebracht.  
 

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