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Zum Gedenken : Neues Depot für Sachsenhausen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Um die Exponate der früheren Häftlinge erhalten zu können, wird nun ein modernes Depot gebaut

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 16:09 Uhr

Nach einem jahrzehntelangen Provisorium wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen für tausende Exponate ein modernes Depot errichtet. Die Sammlungen könnten damit dauerhaft gesichert werden, sagte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, gestern in Oranienburg zum Start der Bauarbeiten. Diese Sammlungen umfassen mehr als 30 000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial.

Dazu gehören Fotos, Dokumente, Zeichnungen, Mobiliar, Häftlingskleidung sowie selbst gefertigte Gebrauchsgegenstände aus den Lagern. Bisher waren die Sammlungen auf dem Gelände des früheren NS-Konzentrationslagers auf beengtem Raum in einem ehemaligen Kino untergebracht. Bevor die Stiftung gegründet wurde, waren die Objekte den Angaben zufolge bis 1993 im Keller der ehemaligen Häftlingsküche „dem Verfall preisgegeben.“

Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) sagte: „Sachsenhausen zeigt, was nationalsozialistische Terrorherrschaft und sowjetische Besatzungsmacht Menschen zufügten.“ Die ehemaligen Lager seien wichtige Erinnerungs- und Informationsorte, um Geschichte für junge Menschen und künftige Generationen wachzuhalten. 2014 besuchten mehr als 600 000 Menschen die Gedenkstätte.

Als Depot und Archiv wird ein altes Gebäude bis 2017 umgebaut. Dafür wird der sogenannte Mittelbau II saniert. Darin befanden sich Werkstätten, in denen KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. Die Umbaukosten f liegen laut Stiftung bei rund 2,5 Millionen Euro.

Im KZ Sachsenhausen waren mehr als 200 000 Menschen interniert, Zehntausende starben. Die genaue Zahl lässt sich nicht mehr ermitteln. Im Totenbuch sind 22 000 Opfer verzeichnet.

1945 wurde in Sachsenhausen ein sowjetisches Speziallager errichtet. Dort wurden bis zur Auflösung 1950 mehr als 60 000 Menschen inhaftiert, mindestens 12 000 starben an Hunger und Krankheit. In die Lager des sowjetischen Geheimdienstes in der DDR kamen meist Nazifunktionäre, aber auch Menschen, die willkürlich nach Denunziationen verhaftet worden waren.  

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