Idee stößt auf Zustimmung: : Neue Wege gegen Unterrichtsausfall

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Seit sechs Wochen ist Bildungsstaatsekretär im Amt, nun hat Thomas Drescher eine erste Idee im Kampf gegen Unterrichtsausfall präsentiert.

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18. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Seit sechs Wochen ist Bildungsstaatsekretär im Amt, nun hat Thomas Drescher eine erste Idee im Kampf gegen Unterrichtsausfall präsentiert. Das Bildungsministerium bietet Lehrkräften von Musik- und Kunstschulen ab sofort an, aushilfsweise an staatlichen Schulen zu unterrichten, wenn dort Musik- oder Kunstlehrer krankheitsbedingt ausfallen. „Das ist kein Goldener Plan, aber ein Anfang, um den Ausfall in Mangelfächern zu reduzieren“, so Drescher gestern bei der Vorstellung des Projekts.

Bei den Experten stieß die Idee auf Zustimmung. Es gab lediglich die Sorge, dass am Ende möglicherweise dauerhaft Musikschullehrer von den staatlichen Schulen abgeworben werden könnten, da eine Beschäftigung dort lukrativer als an einer der kommunalen Musikschulen sei. „Nein, das ist keine Abwerbekampagne“, betonte Thomas Drescher. Für die dauerhafte Einstellung an einer staatlichen Schule fehle den betreffenden Leuten in der Regel das zweite Fach. Der Staatssekretär, zuvor Leiter einer auf Musik spezialisierten Gesamtschule, begründete seinen Vorstoß mit eigenen Erlebnissen. So sei es an der Schule mit Hilfe von Musikschullehrkräften gelungen, den Ausfall auf null zu senken.


Unterricht nach Lehrplan


Finanziert werden sollen die Aushilfskräfte über das den Schulen zur Verfügung stehende Vertretungsbudget. Verantwortlich für die Vermittlung sollen die Regionalstellen des Landesschulamts sein. Dorthin können sich interessierte Musikschullehrer wenden. In einer ersten Abfrage hätten ihm die vier Regionalstellen im Land insgesamt 20 Schulen mit kurzfristigem Musiklehrerbedarf gemeldet, sagte Drescher. „Die Zahl kann sich schnell ändern. Ziel ist, bei Krankheit innerhalb weniger Tage Ersatz zu haben.“

Beschäftigt werden die Aushilfslehrer über einen normalen Arbeitsvertrag. Die Bezahlung richtet sich nach der Qualifikation und reicht von 21 bis 38 Euro pro Unterrichtsstunde. Unterricht erteilen diese Lehrer nach Lehrplan, auch Zensuren vergeben sie. Aufgabe der Schulen ist es, sie entsprechend über die Lerninhalte zu informieren.

Kritisiert wurden von Musikschulvertretern gestern Defizite bei der universitären Ausbildung von Musiklehrern. Die Aufnahmekriterien für die Uni seien streng und die Zahl der Referendariatsplätze im Anschluss ans Studium zu gering.

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