Umstritten: : Neue Fächer für märkische Schüler

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An Brandenburgs Grundschulen soll es künftig zwei neue Fächer geben: Jeweils in den Klassenstufen fünf und sechs werden die Fächer Biologie und Physik künftig in einem gemeinsamen Fach Naturwissenschaften zusammengefasst.

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28. November 2014, 22:00 Uhr

An Brandenburgs Grundschulen soll es künftig zwei neue Fächer geben: Jeweils in den Klassenstufen fünf und sechs werden die Fächer Biologie und Physik künftig in einem gemeinsamen Fach Naturwissenschaften zusammengefasst. Ebenso wird anstatt der bislang einstündig unterrichteten Fächer Geographie, Geschichte und Politische Bildung das Fach Gesellschaftswissenschaften neu geschaffen. Das geht aus dem Entwurf des neuen gemeinsamen Rahmenlehrplans der Länder Berlin und Brandenburg hervor, den Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) und Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gestern veröffentlichten.

Der Plan fasst erstmals den gesamten Unterricht der Klassenstufen eins bis zehn an allen Schultypen in einem Regelwerk zusammen. Festgelegt werden auch fächerübergreifende Themen, etwa Demokratieerziehung, oder Gewaltprävention, die die Kinder überall dort lernen sollen, wo es sich fachlich anbietet.

In Kraft treten sollen die Neuregelungen ab dem Schuljahr 2016/2017, zuvor soll es eine breite fachpolitische Diskussion darüber geben.


Eine grundlegende Veränderung von Schule


„Derzeit werden die Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 nach 68 Rahmenlehrplänen unterrichtet – künftig wird es nur noch einen Rahmenlehrplan für alle Fächer geben“, sagte Baaske. Scheeres sprach von einem „richtigen Schritt auf dem Weg zum inklusiven Lernen“ und würdigte den Plan als Beispiel für erfolgreiche Kooperation zwischen den Bundesländern.

Unter Brandenburgs Lehrern ist die Neuregelung umstritten. Nachdem kürzlich der Geschichtslehrerverband das neue Schulfach „Gesellschaftswissenschaften“ kritisierte, legte gestern der Vorsitzende des Verbandes der Brandenburger Oberschullehrer, Werner Lindner, gegenüber dem „Prigniter“ nach: „Wir sehen die Zusammenlegung von Einzelfächern durchaus strittig“. „Wenn man mal das Fach Naturwissenschaft nimmt, dann stellt sich schon die Frage, ob der Kollege, der Mathe und Physik studiert hat, nun auch Biologie unterrichten kann.“ Der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs kritisierte das Anhörungsverfahren bis Ende März als knapp. „Mit der Harmonisierung der Bildungsgänge, wie sie im Lehrplan vorgenommen wird, erleben wir eine grundlegende Veränderung von Schule“, so Fuchs.

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