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Nach Stromschlag in Lebensgefahr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schüler war am Bahnhof Rangsdorf auf Zug geklettert

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2015 | 16:50 Uhr

Einen Tag nach dem schweren Unfall eines Jugendlichen, der am Mittwoch auf einem Zug einen Stromschlag erlitten hatte, hat die Polizei das Opfer identifiziert. Es handelt sich um einen 15-Jährigen aus Blankenfelde-Mahlow. Sein Zustand sei kritisch, hieß es.

Warum der Schüler am Nachmittag am Bahnhof Rangsdorf auf den Triebwagen am Ende des Regionalzuges geklettert war, kann die Polizei zunächst nur vermuten. Bislang konnte der 15-Jährige nicht befragt werden. Er wird im Unfallkrankenhaus Marzahn behandelt. Sein Zustand sei weiter kritisch, berichtete Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei in Berlin-Brandenburg. „Wir gehen von einer Mutprobe oder Leichtsinn aus.“

Auch der Hergang sei noch nicht gänzlich geklärt, erläuterte der Polizeisprecher weiter. Es gebe widersprüchliche Zeugenaussagen. Nach jetzigem Kenntnisstand gehen die Beamten davon aus, dass der Jugendliche mit speziellem Werkzeug die verschlossene Rücktür des hinteren Zugwagens öffnete. Am Ende des Zuges war ein Triebwagen angekoppelt, auf den der 15-Jährige kletterte. Auf dem Dach der Lok kam er dann der Oberleitung zu nahe und löste einen Stromschlag aus.


Passagiere löschten brennenden Jungen


Passagiere hätten einen Lichtbogen wahrgenommen und einen lauten Knall gehört, berichtete Schobranski. Nach ihren Aussagen befand sich der Zug zu diesem Zeitpunkt auf der Fahrt zwischen Rangsdorf und Dahlewitz. Dem 15-Jährigen sei es aus eigener Kraft gelungen, wieder in den Waggon zu gelangen. „Dort löschten Mitreisende seine brennende Kleidung, lösten die Notbremse aus und alarmierten die Polizei und Rettungskräfte“, sagte der Polizeisprecher. Nach einem kurzen Halt habe der Zug seine Fahrt bis zum Bahnhof Dahlewitz fortgesetzt, um Rettungskräften den schnellen Zugang zum Verletzten zu ermöglichen.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, bei denen vor allem Jugendliche in Oberleitungen geraten. Das sogenannte Bahn-Surfen, bei dem Passagiere auf das Dach eines fahrenden Zuges klettern oder sich aus den Fenstern hängen, war vor allem in den 1990er-Jahren ein verbreitetes Phänomen. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Vorfälle aber deutlich zurückgegangen, sagte Bundespolizeisprecher Schobranski. Für einen Stromschlag sei kein direkter Kontakt zur Fahrleitung nötig, warnte er. „Eine Unterschreitung des Mindestabstandes von anderthalb Metern kann ausreichen, durch einen Stromüberschlag lebensbedrohlich oder gar tödlich verletzt zu werden.“

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