zur Navigation springen

Brandenburg : Ministerium stellt 900 Lehrer ein

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zahl reicht aus, um bestehende Lücken zu schließen und Martina Münch will im nächsten Kabinett wohl weitermachen

Rund 900 Lehrer werden zum Schuljahr 2014/2015 am Montag ihren Dienst an Brandenburgs Schulen aufnehmen. Das gab Bildungsministerin Martina Münch gestern in Potsdam bekannt. Damit gelingt es dem Bildungsminsterium allerdings lediglich, die durch das Ausscheiden älterer Lehrkräfte und die Reduzierung der Pflichtstunden für Lehrkräfte an Grund- und Oberschulen entstehenden Lücken zu schließen.

Zusätzliche Lehrer, wie von der Opposition vielfach gefordert, werden dagegen nicht eingestellt: Nach Angaben von Ministeriumssprecherin Antje Grabley würden allein 500 Lehrkräfte benötigt, um die rund 800 teils in Teilzeit arbeitenden, altersbedingt ausscheidenden Lehrer zu ersetzen. 300 Lehrkräfte würden für die Pflichtstundenreduzierung benötigt, 100 weitere für das Pilotprojekt der inklusiven Grundschule.

Ministerin Münch sprach gestern dennoch von einem „Einstellungsrekord für Brandenburg“. „Das Schuljahr ist gesichert“, so Münch. „Wir haben alle Lehrer gefunden, die wir gesucht haben.“ Es sei ein „großer Erfolg“, landesweit den Bedarf decken zu können. Im Frühjahr hatte das Ministerium eine bundesweite Anzeigenkampagne gestartet, um insbesondere Lehrer für Grund- und Oberschulen zu rekrutieren. Auch Sonderpädagogen wurden gesucht. „Sobald irgendwo ein Sonderpädagoge auftaucht, der geeignet ist, wird er eingestellt“, so Münch. Insgesamt hatten sich 6500 Bewerber auf die Anzeigen gemeldet.
Zu Beginn des Schuljahrs betonte Münch, dass auch die Zahl von etwa 235 000 ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsstunden unter dem Bundesdurchschnitt liege. Das öffentliche Schulnetz bleibe mit gut 600 Regel- und mehr als 80 Förderschulen weitgehend stabil. Die Zahl der Schulen in freier Trägerschaft steige von 133 auf 137.

Neu eingeschult würden insgesamt rund 20 000 Erstklässler. „In den kommenden Jahren erwarten wir weiter leicht steigende Schülerzahlen, bevor Ende des Jahrzehnts der demografische Wandel zuschlägt“, sagte Münch. Dafür müssten weitere 4000 neue Lehrer gewonnen werden.

Die in der Landespolitik regelmäßig stark unter Beschuss befindliche Ministerin äußerte zudem den Wunsch, ihr Amt in der nächsten Legislaturperiode fortzusetzen: „Mir macht es große Freude, mich um Kinder, Jugend und Bildung zu kümmern.“
Bei Vertretern der Opposition stieß die Ministerin mit dieser Ankündigung indes auf Unverständnis. „Es wäre eine Gewinnsituation für alle Beteiligten, würde sie das Amt nicht weiter ausüben“, sagte der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann. „Für Frau Münch ebenso wie für die Schüler, Eltern und Lehrer in Brandenburg.“ Der Prignitzer Abgeordnete verwies darauf, dass die Zahl der neu eingestellten Lehrer bei Weitem nicht ausreiche.

„Es kann auch nicht sein, dass wir in Brandenburg grundsätzlich weniger Lehrer an den Universitäten ausbilden, als wir benötigen.“ Der FDP-Fraktionsvorsitzende und Bildungsexperte Andreas Büttner warf der Landesregierung vor, lediglich Placebos zu verteilen. Die Neueinstellungen reichten nicht einmal zum Ersatz für die 100 langzeiterkrankten Lehrer. „Ein wirksames Mittel gegen Unterrichtsausfall wäre, wie von uns seit langem gefordert, die Einstellung von 5500 neuen Lehrern.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen