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Einschulung mit Fünf Jahren : Ministerium stärkt den Elternwillen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

as Bildungsministerium stärkt wie angekündigt den Elternwillen in punkto Einschulung. Zwar sind auch künftig fünfjährige Kinder schulpflichtig, das eventuelle Veto von Mutter und Vater gegen einen frühen Schulstart soll aber deutlich mehr gewürdigt werden.

Das Bildungsministerium stärkt wie angekündigt den Elternwillen in punkto Einschulung. Zwar sind auch künftig fünfjährige Kinder schulpflichtig, das eventuelle Veto von Mutter und Vater gegen einen frühen Schulstart soll aber deutlich mehr gewürdigt werden.

Im März 2012 hieß es zunächst, der Stichtag für die Einschulung werde auf vielfachen Wunsch verlegt, damit Kinder nicht mehr schon mit fünf in die Schule müssen. Im Juli kam dann die überraschende Kehrtwende des Ministeriums: Alles bleibt, wie es ist. Den „perfekten Stichtag für alle“ gebe es sowieso nicht, hieß es lediglich zur Begründung. Die Verunsicherung war danach bei vielen Eltern groß. Bildungsministerin Martina Münch (SPD) versprach im Gegenzug, künftig die Schulreife eines jeden Kindes sehr individuell einschätzen zu lassen und auch den Elternwillen stärker zu berücksichtigen.

Wie sie sich das konkret vorstellt, hat die Ministerin nun in einem Brief an die Schulleiter im Land erläutert. Betont wird darin zunächst, dass weiterhin alle Kinder, die bis zum 30. September eines Jahres sechs werden, im Sommer dieses Jahres schulpflichtig sind. Der ursprüngliche Plan sah vor, den Stichtag auf den 30. Juni vorzuverlegen, so dass kein Kind mit fünf zur Schule muss. Der Grund: Neuere Studien legen den Schluss nahe, dass ein zu früher Schulstart den Lernerfolg langfristig gefährden könne.

Das Ministerium empfiehlt den Schulleitern nun bereits für die jetzt startenden Aufnahmeverfahren zum kommenden Schuljahr, Kinder zurückzustellen, „wenn eine Entwicklungsverzögerung vorliegt oder nicht auszuschließen ist“. Weiter heißt es: „Insbesondere der Entwicklungsstand im Sozialverhalten und im emotionalen Verhalten sollte in den Blick genommen werden.“ Empfohlen wird bei Bedarf die Rücksprache mit behandelnden Ärzten sowie dem jeweiligen Kindergarten. Letzteres hebt Ministeriumssprecher Stephan Breiding besonders hervor: „Die Meinung der Kita über den Entwicklungsstand des Kindes wird aufgewertet.“ Eltern hätten bereits beim Stellen eines Antrags auf Rückstellung die Möglichkeit, Gutachten von Kinderarzt oder Kita beizufügen.

Liegen alle Unterlagen vor, sind die Schulen gehalten, mit den Eltern ein Beratungsgespräch über die Rückstellung zu führen, in dem die Fördermöglichkeiten der Schule denen des Kindergartens gegenübergestellt werden sollen. Ziel des Gesprächs sei laut Ministeriumsschreiben, „mit den Eltern gemeinsam eine möglichst einvernehmliche Entscheidung zum Antrag auf Rückstellung herbeizuführen“.

Gelinge dies nicht, sollen diese Fälle dem zuständigen Schulrat vorgelegt werden, der das letzte Wort habe, aber ebenfalls gehalten sei, dem Antrag der Eltern „entsprechendes Gewicht“ beizumessen. Rechtlich verbindlich sind Münchs Vorgaben freilich nicht. In dem Schreiben ist ausdrücklich von „Empfehlungen“ an die Schulleiter die Rede.

Nicht weit genug geht die neue Regelung dem SPD-Landtagsabgeordneten Mike Bischoff. Der erklärte Gegner einer „nicht zeitgemäßen“ Einschulung mit fünf ist überzeugt, dass die jetzige Abmachung nur ein Zwischenschritt sein kann. „Die Debatte geht weiter“, verspricht er. Ziel müsse sein, das Verfahren umzudrehen, also die Einschulung mit sechs zum Normalfall und den Start mit fünf zur Kann-Regelung zu machen. „Der Elternwunsch steht im Mittelpunkt“, mahnt er.

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erstellt am 13.Jan.2014 | 07:46 Uhr

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