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Förderung für Städte in Randregionen : Millionenspritze für Wittenberge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Bevölkerung auf dem Land schrumpf. Die Regierung will entgegensteuern

Wittenberge kann sich auf eine Geldspritze von 14 Millionen Euro für den Stadtumbau freuen. Gestern unterzeichneten Infrastrukturministerin Katrin Schneider und Bürgermeister Dr. Oliver Hermann eine Kooperationsvereinbarung, mit der sich Land, Stadt und Wohnungsbaugesellschaft zu engerer Abstimmung verpflichten. Neben Wittenberge schlossen auch Wittstock (Dosse), Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land ab.

Insgesamt will die Landesregierung die Sanierung von Quartieren in Städten der Peripherie mit rund 77 Millionen Euro fördern. „Wir wollen auch Städte, deren Einwohnerzahlen sinken, dabei unterstützen, attraktiv für die Menschen zu bleiben“, sagte Schneider. Schon heute erlebe man, dass Menschen wieder in die Innenstädte zögen.

Bis 2030 rechne die Landesregierung jedoch mit einer Abnahme der Bevölkerung von rund 18 Prozent. Es sei damit zu rechnen, dass schon 2020 rund 20  000 Wohnungen mehr als heute leer stünden. Wie Bürgermeister Oliver Hermann in Potsdam sagte, sollen die Mittel des Landes in Wittenberge vor allem für den Erhalt des Jahnschulviertels verwandt werden. Es sei das größte geschlossene Jugendstilviertel in Brandenburg. „Das Beispiel eines Hamburgers, der eine Firma in Berlin hat, und vor kurzem nach Wittenberge zog, zeigt, dass sich Menschen für unsere Stadt interessieren“, sagte Hermann.

Mit den Geldern aus dem Förderprogramm sollen in Wittenberge 79 Altbauwohnungen saniert werden. Für den so genannten Wohnblock 15, der die städtebauliche Verbindung zwischen dem Jugenstilviertel und der Innenstadt darstellt, soll ein Konzept erarbeitet werden, das auch Neubebauung beinhalten kann.

Erstmalig enthält die Landesförderung darüber hinaus eine Möglichkeit, auch Häuser mit unklaren Eigentumsverhältnissen baulich zu sichern. „Es war uns wichtig, dass das erstmalig als Fördertatbestand anwendbar ist“, sagte Schneider. Dort wo nicht saniert werden könne, sei eine Sicherung zumindest ein erster Schritt. In Wittenberge sollen 19 erhaltenswerte Altbauten auf diese Weise von den Fördergeldern des Landes profitieren.

In Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) und Frankfurt/Oder sollen bis 2018 mehr als 800 Wohnungen aus den 1950er und 60er Jahren saniert werden. Zudem ist der Abriss von Wohnblocks mit insgesamt mehr als 900 Wohnungen geplant. In Wittstock dagegen fließen die Gelder vor allem in das Wohngebiet „Röbeler Vorstadt“. Hier sollen 271 Wohnungen saniert werden. Zudem soll eine Nahwärmeversorgung aufgebaut werden. „Wir wollen die Einwohner und die kleinteilige Wirtschaft in der Stadt halten“, sagte Bürgermeister Jörg Gehrmann. „Und wir wollen auch jungen Leuten in einer Randregion neue Hoffnung geben.“

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