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Brandenburg.Besser.Machen-Tour : Loungehocker und Kopfsteinpflaster

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vor gut 100 Zuhörern in Templin erzählt Michael Schierack von seinem Leben, seinem Beruf als Arzt. „Meine ärztliche Sicht ist noch immer meine Eigenheit“, sagt Schierack. „Zuhören, geduldig sein, schnell entscheiden: Keine Diagnose durch die Hose.“

Der „Imbiss Supermampf“ verkauft Currywurst und Bier. Doch direkt daneben, auf dem Kopfsteinpflaster des Marktplatzes von Templin, stehen moderne Loungehocker. Vor dem Kriegerdenkmal hat die Brandenburger CDU eine Bühne aufgebaut. Michael Schierack fährt im Auto vor. In der Heimatstadt von Angela Merkel beginnt der Oppositionsführer seine „Brandenburg. Besser. Machen“-Tour: Elf Auftritte auf den Marktplätzen des Landes. Das Gegenstück zu den Strohballenfesten und Talkrunden von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Mit verschränkten Armen steht der Cottbuser Arzt an einem Stehtisch, wird von einer Moderatorin interviewt. Vor gut 100 Zuhörern erzählt er von seinem Leben, seinem Beruf als Arzt. „Meine ärztliche Sicht ist noch immer meine Eigenheit“, sagt Schierack. „Zuhören, geduldig sein, schnell entscheiden: Keine Diagnose durch die Hose.“

Dann folgt ein Schnelldurchlauf durch das Wahlprogramm der CDU. Bildung, innere Sicherheit, Finanzen. Doch Schierack wirkt unsicher, verspricht sich. Wichtig sei es ihm, „in den Punkten der Bildung zu investieren.“ Und er fordert „Konsequenten“, nicht „Konsequenzen, wenn man bestohlen wird.“

Das Publikum bleibt zurückhaltend. Den ersten Szenenapplaus bekommt Schierack, als er gegen Neuverschuldung wettert und von seinem Wahlziel spricht. „Wir wollen mit einem möglichst guten Ergebnis einlaufen ... Und wir wollen rot-rot ablösen.“ Noch einmal wiederholt er, was er am Abend vorher in einem Interview sagte: „Mit NPD und AfD werden wir nicht koalieren.“ Lange hatte Schierack sich vor solchen klaren Aussagen gedrückt. Die SPD hatte ihn mehrfach zu einer Distanzierung von der AfD gedrängt, mit der CDU-Generalsekretärin Anja Heinrich im Kreistag von Elbe-Elster koaliert.

Dann kommt Henryk Wichmann. Der lokale Landtagsabgeordnete und Filmstar wird zu den Problemen der Region interviewt. Er stiehlt Schierack die Schau. Wichmann erzählt, wie er sich für die Polizeireviere in der Region einsetzt. Der Abgeordnete klingt lebendig, kämpferisch, erhält Applaus. Derweil steht der Spitzenkandidat mit verschränkten Armen daneben, blickt über den Marktplatz. Es regnet. In der letzten Reihe der Menschen steht SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz, beobachtet die Konkurrenz. Große Angst muss sie nicht haben.

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