Projekt „Alreju“ : Lottomittel für junge Flüchtlinge

10 000 Euro für „Alreju“ /Jugendliche mit guten Chancen

svz.de von
08. Dezember 2014, 15:34 Uhr

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) will dem Fürstenwalder Projekt „Alreju“, das zum Diakonischen Werk Oder-Spree gehört, morgen Lottomittel in Höhe von fast 10 000 Euro übergeben. Das teilte das Ministerium gestern in Potsdam mit. Das Projekt „Alreju“ ist die zentrale Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Brandenburg kommen, und hier Asyl beantragen. Derzeit leben nach Angaben von Projektleiterin Mathilde Killisch insgesamt 54 Jugendliche in der Einrichtung. Sie stammen aus Afghanistan, dem Irak, Vietnam und Syrien.

„Wer zu uns kommt, erhält noch am ersten Tag den ersten Deutschunterricht“, sagte Mathilde Killisch, die im November mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung ausgezeichnet wurde, gestern dem „Prignitzer“. Während ihres Asylverfahrens würden die Teenager zuerst in der Einrichtung selbst Unterricht erhalten. Später fände eine Beschulung an der Fürstenwalder Spree-Oberschule statt.

„Dort gibt es einen dreistufigen Unterricht, an deren Ende die Schüler den Stoff der achten Klasse durchnehmen, und anschließend in eine reguläre Klasse der Spree-Oberschule wechseln.“ Nach der zehnten Klasse würden fast alle minderjährigen Flüchtlinge den Mittleren Schulabschluss erhalten. Viele wechselten anschließend auf ein Oberstufenzentrum, andere würden eine betriebliche Ausbildung machen. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist mittlerweile so, dass unsere Jugendlichen Chancen haben“, so Killisch. „Arbeitgeber freuen sich über Auszubildende, die ein echtes Interesse an einem Job haben.“

Rechtlich befänden sich die Jugendlichen entweder im Asylverfahren, werden geduldet oder haben einen Aufenthaltstitel. „Die wenigsten werden am Ende als Asylbewerber anerkannt“, sagt Mathilde Killisch. Viele erhielten dennoch eine Aufenthaltsgenehmigung etwa aus humanitären Gründen. „Die Aufenthaltsgenehmigung wird dann später noch eimmal überprüft – aber wer bis dahin einen Job gefunden hat, oder hier studiert, hat dann auch gute Chancen, hier zu bleiben.“


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