zur Navigation springen

Vorruhestandsregelungen: : Lehrer wollen Druck erhöhen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Im Herbst 2012 hatte die GEW landesweite Personalversammlungen in allen Schulamtsbezirken organisiert und mit den 11 000 teilnehmenden Lehrern für einen flächendeckenden Unterrichtsausfall gesorgt.

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Im Herbst 2012 hatte die GEW landesweite Personalversammlungen in allen Schulamtsbezirken organisiert und mit den 11  000 teilnehmenden Lehrern für einen flächendeckenden Unterrichtsausfall gesorgt. Für März/April dieses Jahres kündigte GEW-Landesvorsitzender Günther Fuchs ähnliche Aktionen an. „Die Nöte der Kollegen sind so groß, dass wir den Druck erhöhen wollen“, sagte Fuchs gestern in Potsdam.

Zu den Forderungen der Gewerkschaft gehört eine Entlastung älterer Lehrer. Das müsse weit über die im vergangenen Jahr vereinbarte Kürzung der Wochenarbeitszeit hinausgehen. Fuchs verwies darauf, dass viele ältere Lehrer bereits mit Anfang 20 im Schuldienst angefangen haben. So kommen sie auf bis zu 45 Dienstjahre. Heutzutage lande ein Lehrer erst mit rund 30 in der Schule und habe eine entsprechend kürzere Lebensarbeitszeit. Die GEW fordert außerdem eine Willkommenskultur für Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf. Immer öfter müssten Hochschulabsolventen ohne Pädagogikstudium eingestellt werden, da sich nicht genügend ausgebildete Lehrer in allen Fächern finden lassen und viele nicht in den Regionen außerhalb des Speckgürtels arbeiten wollen.

Fuchs verwies darauf, dass im Schulamtsbereich Neuruppin von 170 in diesem Schuljahr eingestellten neuen Lehrern 57 Seiteneinsteigen waren. Es fehle an Qualifikationsmöglichkeiten für diese Gruppe. Außerdem sei bislang nicht vorgesehen, ihnen Stundenabminderungen für ihre pädagogische Weiterbildung einzuräumen und dafür andere Lehrer einzustellen, die den so entstehenden Ausfall kompensieren.

Fuchs verlangt eine generell höhere Personalreserve für die bis zu 500 Langzeiterkrankten unter den rund 18  000 Lehrern an den öffentlichen Schulen. Er erhofft sich in den anstehenden Tarifverhandlungen mit dem Land auch ein Einlenken bei der Einstufung der Beamten. In anderen Ländern würden Lehrer wesentlich mehr verdienen. Ein Gymnasiallehrer verdiene in Bayern bis zu 6000 Euro mehr als sein brandenburgischer Kollege.

Da Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrern in der Besoldung kurz hinter Bayern rangiere, werde es immer schwerer, Absolventen für Nordbrandenburgs zu gewinnen, prophezeite Fuchs. Brandenburg und Berlin bilden derzeit das Schlusslicht in der Beamtenbesoldung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen