Landtag debattiert über Sternenkinder

Ursula Nonnemacher (Grüne) hat diese Woche besonders viel zu tun.
Ursula Nonnemacher (Grüne) hat diese Woche besonders viel zu tun.

Keine Bestattungspflicht für alle Totgeburten / CDU scheitert mit Antrag

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18. März 2015, 16:01 Uhr

Brandenburgs CDU ist mit dem Versuch gescheitert, eine Bestattungspflicht für alle Totgeburten einzuführen. Derzeit müssen in Brandenburg nur Totgeburten von mehr als 1000 Gramm Gewicht bestattet werden.

Kinder mit einem geringeren Gewicht, sogenannte Sternenkinder, können auf Wunsch der Eltern bestattet werden. Ansonsten sind sie laut Gesetz von „der Einrichtung, in der die Geburt erfolgt ist, hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht rechtmäßig zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden.“

In einer emotionalen Rede verwies der Cottbuser Landtagsabgeordnete Raik Nowka (CDU) darauf, dass alle Eltern, die ihr Kind verloren haben, einen Ort zur Verarbeitung ihrer Trauer haben sollten. „Wir wollen, dass alle kleinen Menschen, denen ein Leben verwehrt wurde, ein Recht auf eine Bestattung haben.“

In Brandenburg müssten Eltern im schlimmsten Fall mit der Vorstellung leben, dass ihr Kind „hygienisch einwandfrei und zusammen mit anderen Körperteilen entsorgt wurde.“
Die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher erinnerte an die Anpassung des Personenstandsrechts durch den Bundestag: Demnach können auch Totgeburten mit 500 Gramm Gewicht standesamtlich angemeldet werden. „Der Gedanke, Geburtsschmerzen ohne die Aussicht auf ein lebendes Kind durchzustehen, wird von den meisten Frauen als extrem belastend empfunden“, sage Nonnemacher. Es sei deswegen „völlig unpassend“, dass Totgeburten unter 500 Gramm nur auf Wunsch der Eltern zu bestatten seien.

Redner des Regierungslagers verwiesen in der Debatte dagegen darauf, dass die heutige Rechtslage ausn ihrer Sicht ausreiche. „Alles weist darauf hin, dass die Krankenhäuser und Geburtshäuser sorgfältig mit dem Thema umgehen“, sagte der Linken-Abgeordnete Hans-Jürgen Scharfenberg. „Es gibt kein Argument, das eine Neuregelung nötig machen würde“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

 
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