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„Aktuellen Stunde“ in potsdam : Landespolitik will „Ehe für alle“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vertreter aller Fraktionen votieren für die Öffnung der Ehe – mit Ausnahme der AfD.

Brandenburgs Landespolitik steht der Einführung der so genannten „Ehe für Alle“ mehrheitlich positiv gegenüber. In einer „Aktuellen Stunde“ im Potsdamer Landtag plädierten Redner aller Fraktionen außer der Alternative für Deutschland dafür, die Ehe auch für Schwule und Lesben zu öffnen. „Niemand hat das Recht, zwischen richtiger und falscher Liebe zu unterscheiden“, sagte der Landtagsabgeordnete René Wilke (Linke).

Familienministerin Diana Golze (Linke) sprach sich für den „Abbau der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare durch die Öffnung der Ehe“ aus. Dabei betonte sie, dass selbst das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zu einer Wertschätzung eingetragener Lebenspartnerschaften aufgerufen habe. „Die katholische Kirche auch in Deutschland hat sich auf den Weg gemacht“, so Golze.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin verwies darauf, dass auch die Christdemokraten in der Mark derzeit diskutierten, ob der Ehebegriff erweitert werden oder in der jetzigen Form erhalten werden müsse. „Es gibt auch in meiner Fraktion diejenigen, die sich eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vorstellen können und dafür einsetzen“, so Augustin.


Familienbild hat sich gewandelt


Das Familienbild der CDU habe sich in den letzten Jahren gewandelt. Das klassische Familienbild werde längst nicht überall mehr gelebt. In der Hälfte der Haushalte in Deutschland lebten keine Kinder, jede achte Familie sei alleinerziehend. „Diese Realitäten müssen wir anerkennen, natürlich immer in der Überzeugung, dass die Gesellschaft auf die Familie in all ihren vielfältigen Formen als erste und wichtigste Verantwortungsgemeinschaft angewiesen bleibt.“

Für die Grünen forderte die Innenpolitikerin Ursula Nonnemacher die Bundesregierung auf, die Ehe für alle freizugeben, während für die Sozialdemokraten die Wittstocker Landtagsabgeordnete Ina Muhß erklärte, lesbische und schwule Partner würden mit dem Festhalten an der eingetragenen Lebenspartnerschaft in einem Sonderstatus gehalten. „Damit wird signalisiert, dass sie als minderwertig angesehen werden“, so Muhß. Dagegen plädierte der AfD-Abgeordnete Steffen Königer für die Beibehaltung der Ehe zwischen Mann und Frau. Diese sei und bleibe „wünschenswert“.

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