3041 Bäume an märkischen Straßen gefällt : Land bleibt hinter Zielen zurück

Im vergangenen Jahr wurden 3041 Bäume an märkischen Straßen gefällt.
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Im vergangenen Jahr wurden 3041 Bäume an märkischen Straßen gefällt.

Brandenburg entfernt sich immer weiter vom selbst gesteckten Ziel, ein Land der Alleen zu bleiben. Im vergangenen Jahr wurden mit nur 5,1 Kilometern so wenig Alleebäume wie noch nie nachgepflanzt. Die Zielvorgabe von 30 Kilometern pro Jahr wird seit 2010 nicht mehr erreicht.

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30. Juli 2015, 17:36 Uhr

Brandenburg entfernt sich immer weiter vom selbst gesteckten Ziel, ein Land der Alleen zu bleiben. Im vergangenen Jahr wurden mit nur 5,1 Kilometern so wenig Alleebäume wie noch nie nachgepflanzt. Die Zielvorgabe von 30 Kilometern pro Jahr wird seit 2010 nicht mehr erreicht.

So fällte der Landesbetrieb Straßenwesen im vergangenen Jahr 3041 Bäume an märkischen Straßen. Neu gepflanzt wurden 1870 Bäume. Damit entstanden 5,1 Kilometer Alleen an Bundes- und Landesstraßen neu sowie 2,6 Kilometer innerorts. Das Infrastrukturministerium erklärt, dass es am Ziel festhält, bis zum Jahr 2050 den Alleenbestand auf 2500 Kilometer auszubauen. Die dazu notwendigen Neupflanzungen von jährlich 30 Kilometern seien jedoch momentan nicht umsetzbar. Zurzeit existieren an 2055 Kilometern Straßen in Brandenburg beidseitige Baumreihen. Mehr als zwei Drittel davon sind Landesstraßen.

Als Hauptgrund für die geringe Zahl an Neupflanzungen wird der dazu notwendige Flächenerwerb genannt. Neue Baumreihen müssen aus Sicherheitsgründen 4,5 Meter von den Straßenrändern entfernt gepflanzt werden. Bis zur anschließenden Landwirtschaftsfläche sollen es noch einmal rund zwei Meter sein.

Der Landebetrieb geht deshalb vom Flächenbedarf von einem Hektar je Kilometer Allee aus, die von den Landwirten erworben werden müssten. Angesichts der gestiegenen Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen seien immer weniger Landwirte bereit, Randstreifen entlang der Straßen zu veräußern.

Im vergangenen Jahr wurden nur in sechs Landkreisen Alleepflanzungen vorgenommen; die längste im Havelland mit 1,7 Kilometern, einen Kilometer in der Uckermark, je knapp 800 Meter im Barnim und in Potsdam-Mittelmark, 580 Meter in Spree-Neiße und 200 Meter in Oder-Spree.

Laut Ministeriumssprecher Steffen Streu wurden im vergangenen Jahr 850  000 Euro für diesen Zweck ausgegeben. Die gepflanzten Bäume kosten im Schnitt 455 Euro. Es handelt sich dabei um besonders widerstandsfähige Exemplare, die zuvor schon mehrmals umgepflanzt wurden. Damit soll bewirkt werden, dass die Wurzeln tief im Erdreich ankern statt sich bis unter die Straßen auszubreiten, so Streu.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Michael Jungclaus, wirft der Landesregierung zu geringes Engagement vor. Es seien mindestens 1,8 Millionen Euro pro Jahr für Alleepflanzungen nötig. Diese sollten laut dem Abgeordneten in einen Fonds fließen. Falls es in einzelnen Jahren nicht gelinge, das Geld einzusetzen, kann es so später verwendet werden und fließt nicht automatisch in den Straßenbau. „Unsere Alleen sind ein landschaftsprägendes, brandenburgisches Markenzeichen“, erklärte Jungclaus. Ihre Zukunft dürfe nicht aus Spiel gesetzt werden.

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