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neuer Polizeipräsident : Kriminalisten hoffen auf Verbesserungen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Kriminalbeamte hoffen auf deutliche Veränderungen unter dem neuen Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke.

Brandenburgs Kriminalbeamte hoffen auf deutliche Veränderungen unter dem neuen Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke, der heute in Potsdam von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) offiziell ernannt werden soll. „Wir trauen ihm eine erfolgreiche Amtsführung zu“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Peter Kaiser, gestern dem „Prignitzer“. Er glaube nicht, dass Mörke durch eine angebliche Nähe zum früheren Polizeipräsdenten und ehemaligen Innenstaatssekretär Arne Feuring beschädigt sei: Man müsse zwischen der Arbeit unter einem Vorgesetzten und dem freien Handeln in eigener Verantwortung unterscheiden.

Aus Sicht der Kriminalisten sei es die wichtigste Aufgabe des neuen Polizeipräsidenten, Vertrauen wieder herzustellen. „Wichtig ist, das Vertrauen der Bürger in die Polizei wiederherzustellen – und das Vertrauen der Beamten in die Führungskräfte“, so Kaiser. Es wäre in diesem Zusammenhang zu begrüßen, würde Mörke nun alle Dienststellen aufsuchen und persönlich mit den Führungskräften reden. „Das Binnenklima in der Brandenburger Polizei hat in den letzten Jahren sehr gelitten“, so Kaiser. „Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter offenkundige Mißstände sehen, diese kritisieren – und am Ende passiert schlicht nichts.“ In Brandenburgs Polizei sei dies aber in den letzten Jahren oft der Fall gewesen. „Wir spüren aber, dass unter Innenminister Schröter ein neuer Wind in die Polizei gekommen ist“, sagt Kaiser. „Man geht an die Probleme heran und ist offen für die Vorschläge aus den Gewerkschaften.“

Einen deutlichen Ruck erhofft sich Kaiser vom Evaluationsbericht der umstrittenen Polizeireform, der morgen an Innenminister Schröter übergeben werden soll. „Wir haben als BdK an dem Bericht mitgearbeitet, und Veränderungsbedarf benannt.“

So seien in einer Arbeitsgruppe, die u.a. für die Kriminalpo zuständig war, „sehr, sehr gute, sparsame Vorschläge“ erarbeitet worden, die jedoch an politische Vorgaben angepasst wurden. „Etwa an die Zahl von 7  855 Polizeibeamten, die im Haushaltsplan verabschiedet wurde.“ Was in der endgültigen Fassung der Evaluation geschrieben ist, sei den Kriminalbeamten nicht bekannt, so Kaiser. „Theoretisch bräuchten wir etwa 520 Stellen mehr bei der Kriminalpolizei – denn wir haben arge Probleme bei der grenzüberschreitenden Kriminalität, bei den Fahrraddiebstählen, bei Crystal Meth und der anwachsenden politisch motivierten Kriminalität.“ Dort müsse es dringend mehr Stellen geben, sonst könne man die eigenen Aufgaben nicht erfüllen.


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