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170 Millionen Euro pro Jahr benötigt : Kliniken wehren sich gegen Reform

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Brandenburger Kliniken haben erneut vor finanziellen Engpässen gewarnt. Auch nach der vor knapp zwei Wochen beschlossenen Krankenhausreform stünden viele Häuser vor einer schwierigen Zukunft.

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2014 | 22:00 Uhr

Die Brandenburger Kliniken haben erneut vor finanziellen Engpässen gewarnt. Auch nach der vor knapp zwei Wochen beschlossenen Krankenhausreform, deren Eckdaten von einer Bund-Länder-Kommission vorgelegt wurden, stünden viele Häuser vor einer schwierigen Zukunft, sagt Jens-Uwe Schreck, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft.

„Die Politik stellt an uns immer mehr Erwartungen, aber sie will es nicht bezahlen“, betont er. Der in der Reform festgeschriebene Umbau defizitärer Häuser in ambulante Versorgungszentren würde nicht, wie vom Bundesgesundheitsministerium versprochen, zu einer Ausweitung der Leistungen im ländlichen Raum, sondern zu einer Schließung von Fachabteilungen sowie von kompletten Kliniken führen. Nach dem Beschluss der Kommission sollen die Länder für die Umstrukturierungen eine halbe Milliarde Euro erhalten. Die Novelle soll ab 2016 in Kraft treten.

Die märkischen Kliniken benötigen nach Angaben von Schreck jährlich rund 170 Millionen Euro für Investitionen, etwa für die Anschaffung von Medizintechnik. Für diese Finanzmittel sind die Länder zuständig. Allerdings seien in den vergangenen Jahren nur 100 bis 110 Millionen Euro geflossen, beklagt Schreck. „Der Investitionsstau ist schon riesig, und er wird größer werden.“ Aus seiner Sicht müssten insbesondere die Notaufnahmen der Kliniken gestärkt werden, die durch einen Ansturm von Patienten chronisch überlastet sind. Ebenso vermisst Schreck bei der Bekämpfung des Ärztemangels politische Konzepte. Die Häuser hätten vielfach eigene Förderprogramme aufgelegt, um junge Mediziner anzulocken. Doch das reiche nicht. Er fordert daher, den Krankenhäusern weniger Bürokratie aufzubürden, um neue personelle Reserven freizusetzen. Ein Drittel seiner Arbeitskraft müsse ein Arzt für Formalien aufwenden.

Das Landesgesundheitsministerium weist den Vorwurf zurück. In die Kliniken seien seit der Wende vier Milliarden Euro geflossen, sagt Sprecherin Marina Ringel. Brandenburg stehe im Bundesvergleich der Investitionsquoten für Krankenhäuser sehr gut da.

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