Katherina Reiche zur neuen Potsdamer CDU-Kreischefin gewählt

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09. Juli 2008, 03:31 Uhr

Potsdam - Neue Kreisvorsitzende der Potsdamer CDU ist die 34-jährige Katherina Reiche. Auf einem Sonderparteitag stimmten am Dienstagabend 152 Parteimitglieder für die Vize-Chefin der CDU-Bundestagsfraktion. Für ihren Gegenkandidaten, den Chef der Jungen Union in Brandenburgs Hauptstadt, Hans Wilhelm Dünn, votierten 129.

Reiche entschied damit einen erbitterten Machtkampf für sich, der die Partei seit langem zu zerreißen droht. Während Dünn dem Lager von Landesparteichef Ulrich Junghanns zugerechnet wird, gilt Reiche als Vertreterin des Lagers von dessen Stellvertreter und Widersacher Sven Petke. Reiche und Petke sind miteinander verheiratet.

Zuvor hatte der langjährige brandenburgische CDU-Vorsitzende und Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) eindringlich an den Potsdamer Kreisverband seiner Partei appelliert, seine Streitereien beizulegen. Der „normale Bürger“ frage sich, was das solle, sagte Schönbohm und fügte mit Blick auf die erbitterten Grabenkämpfe in der Landespartei an: „Dieser Bazillus macht mich so krank.“

Schönbohm selbst hatte es bis zur Neuwahl der Parteispitze im vergangenen Jahr nicht vermocht, die märkischen Christdemokraten trotz weitgehender programmatischer Übereinstimmung zu einen. Sein Nachfolger, Wirtschaftsminister Junghanns, setzte sich seinerzeit nur äußerst knapp gegen seinen Rivalen Petke durch.

Der Sonderparteitag in Potsdam war notwendig geworden, nachdem ihn drei Ortsverbände erzwungen und so den bisherigen Kreischef Wieland Niekisch vorzeitig zum Rückzug veranlasst hatten. Seine Kritiker warfen Niekisch vor allem mangelndes Profil und Erfolglosigkeit vor. Niekisch hatte die Potsdamer CDU 13 Jahre lang geführt. Sie hat nach seinen Angaben derzeit 457 Mitglieder. Bei ihrer Vorstellung vor der Wahl hatten die beiden Kandidaten Reiche und Dünn jeweils versprochen, den Kreisverband wieder zusammenzuführen.

Die Gemeinsamkeiten seien größer als das Trennende, sagte die Diplomchemikerin Reiche. Dünn, der ausgebildeter Diplomverwaltungswissenschaftler ist, betonte, der bisher „zerstörerische Streit“ müsse der Vergangenheit angehören. Er sicherte der neu gewählten Kreischefin seine Unterstützung zu.

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