Regierung will Zahl senken : Jeder Dritte Student bricht ab

Die Landesregierung will die Zahl der Studienabbrecher an Universitäten und Fachhochschulen senken.
Die Landesregierung will die Zahl der Studienabbrecher an Universitäten und Fachhochschulen senken.

„Eine wichtige Rolle spielen dabei eine bessere Betreuung der Studierenden, intensive Beratungsangebote in allen Phasen des Studiums sowie Tutorien und Mentoring-Programme“, sagte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD).

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12. März 2015, 12:00 Uhr

Brandenburgs Landesregierung will die Zahl der Studienabbrecher an Universitäten und Fachhochschulen senken. „Eine wichtige Rolle spielen dabei eine bessere Betreuung der Studierenden, intensive Beratungsangebote in allen Phasen des Studiums sowie Tutorien und Mentoring-Programme“, sagte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD). Dafür stünden Mittel aus dem 100-Millionen-Euro-Paket bereit, das für die Hochschulen bis 2019 zusätzlich vorgesehen ist.

Nach Einschätzung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZWH) bricht bundesweit fast jeder dritte (28 Prozent) Bachelor-Student seine Ausbildung vor dem Examen ab. Das wären bei rund 28  000 Bachelor-Studenten in Brandenburg bis zu 8000 Abbrecher. Genaue Statistiken gibt es in den Hochschulen nicht, weil bislang nur die Exmatrikulationen nach endgültig nicht bestandenen Prüfungen registriert werden. Die Wissenschaftler haben dafür die Zahlen der Einschreibungen in bestimmten Jahrgängen und der Absolventen im Jahr 2012 abgeglichen.

„Wir nehmen das Problem auch angesichts des Fachkräftemangels sehr ernst“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Denn besonders hoch ist die Abbrecherquote in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. „Dort herrschen in den ersten Semestern hohe Anforderungen, weil Grundlagenwissen gelernt werden muss“, erläuterte Breiding. Da könnten intensive Tutoren-Programme helfen. Und der vorgesehene Ausbau der dualen Studiengänge mit gleichzeitiger Ausbildung in Betrieben sei ein gutes Mittel, eher praxisbezogene Studenten bei der Stange zu halten.

In der Regel werden die Hochschulen auf mögliche Studienabbrecher aufmerksam, wenn diese von sich aus in die Beratung kommen.

Die Fachhochschule Wildau geht aber seit dem vergangenen Wintersemester mit einem neuen Projekt auf die Studenten zu. In enger Zusammenarbeit mit Studentensprechern und Vertrauensprofessoren würden Studenten mit Hilfebedarf zu Beratungsgesprächen eingeladen, berichtete Pressesprecher Bernd Schlütter.

An erster Stelle gehe es dabei um Maßnahmen zur erfolgreichen Beendigung des Studiums, so Schlütter. Auch Möglichkeiten zu einem Wechsel des Studienfachs oder der Hochschule würden ausgelotet. Erst wenn dies alles nicht greife, gehe es in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Cottbus um die Überleitung in eine berufliche Ausbildung.

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