Für 17 der Positionen kein Nachfolger gesucht : Jede zwanzigste Schule ohne Leiter

dpa_148cec0055e10ed5

In Brandenburg sind 37 Schulleiterstellen nicht besetzt, drei mehr als im Jahr davor.

von
22. März 2015, 22:00 Uhr

In Brandenburg sind 37 Schulleiterstellen nicht besetzt, drei mehr als im Jahr davor. Das betreffe zum Stichtag im August 2014 fünf Prozent aller Schulen, sagte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion im Potsdamer Landtag. Für 17 der Positionen werde allerdings kein Nachfolger gesucht, etwa weil der Fortbestand der Schule nicht gesichert sei. Für die verbleibenden 20 Stellen ist eine Besetzung vorgesehen. In Brandenburg gibt es 744 öffentliche Schulen.

Die Landesregierung begründet die freien Stellen unter anderem mit längerer Vertretungs-Besetzung, weil eine Neuausschreibung erst erfolgen könne, wenn der langzeiterkrankte Kollege im Ruhestand sei, einem Mangel an passenden Bewerbern und verspäteten Ausschreibungen. Vom Bildungsministerium heißt es, man schätze die Zahl der unbesetzten Stellen „nicht als problematisch“ ein.

Dem Sprecher des Landesrats der Eltern Brandenburg, Wolfgang Seelbach, hingegen fehlt das Verständnis für Vakanzen an Schulen, deren Bestand nicht gefährdet ist. „Solche jahrelangen ‘Hängepartien‘ wirken sich häufig negativ auf das Schulklima aus“, sagte er. Das Engagement und die Motivation der Lehrkräfte würden leiden und die Schülerinnen und Schüler müssten das ausbaden. Schließlich habe die Schulleitung nicht nur organisatorische Aufgaben, die sich delegieren ließen. Schulleiter müssten auch das Programm umsetzen und weiterentwickeln, die individuelle Förderung im Unterricht stärken, in Gremien aktiv sein und mit den Eltern kommunizieren.

Auch bei Schulen, deren Bestand gefährdet ist, wirke sich die Nichtbesetzung einer Leitungsstelle demotivierend aus. „Zieht sich das über Jahre hin, so macht sich die Stimmung breit, hier würde eine Schule bewusst kaputt gemacht“, sagte Seelbach.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen