Studie belegt : Immer mehr Entbehrungen im Alter

Wenig Geld im Alter: Die Gründe dafür liegen oft Jahre zurück.
Wenig Geld im Alter: Die Gründe dafür liegen oft Jahre zurück.

ie meisten Menschen freuen sich auf den Ruhestand. Doch die Rente reicht bei vielen nicht für ein auskömmliches Leben.

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21. August 2015, 10:00 Uhr

Die meisten Menschen freuen sich auf den Ruhestand. Doch die Rente reicht bei vielen nicht für ein auskömmliches Leben. In einer Studie gaben mehr als die Hälfte der Brandenburger an, sich im Alter finanziell einschränken zu müssen– ein bundesdeutscher Spitzenwert.

„Altersarmut ist nicht allein Thema zukünftiger Rentner-Generationen. Schon heute betrifft dies jeden sechsten Rentner in Deutschland“, erklärte Linda Dahm, Marketingleiterin der Stuttgarter Versicherung. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte im Juni und Juli im Auftrag der Versicherung repräsentativ 1120 Rentner und Pensionäre im Alter ab 65 Jahren zu ihren aktuellen Lebensumständen befragt.

Aus dieser Befragung und Daten des Statistischen Bundesamtes wurde ein Altersarmuts-Index errechnet: Demnach sind in Brandenburg 19,7 Prozent der Rentner von Armut betroffen – so viele wie in keinem anderen deutschen Flächenland. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 16,7 Prozent. Die geringsten Quoten weisen Bayern (14,3 Prozent), Sachsen (14,6 Prozent), Hamburg und Schleswig-Holstein (je 14,7 Prozent) auf.

Besonders auffällig ist, dass 52 Prozent der befragten Brandenburger Rentner angaben, sich aufgrund ihrer finanziellen Situation im Ruhestand einschränken zu müssen. Dabei geht es unter anderem um den Verzicht auf Reisen, Ausflüge oder ein eigenes Auto. Das ist bundesweit mit Abstand der höchste Wert. In den anderen neuen Bundesländern etwa sprachen rund 43 Prozent der Befragten von finanziellen Entbehrungen im Alter, in Sachsen waren es sogar nur 37 Prozent. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 40 Prozent.

Genau 13 Prozent der Brandenburger Rentner geben an, dass ihre finanzielle Situation „eher schlecht“ oder „schlecht“ sei. Damit liegt das Bundesland allerdings im Schnitt der neuen Länder.

In den westlichen Bundesländern ist dieser Anteil erwartungsgemäß deutlich niedriger: Dort sprechen nur acht Prozent von einer miserablen finanziellen Situation. Bundesweit haben offenbar vor allem jüngere Rentner Probleme mit ihrer finanziellen Situation. „Je jünger Rentner sind, desto stärker scheinen sie von Armut im Alter betroffen zu sein“, heißt es in der Studie. So schätzen rund 34 Prozent der 65- bis 69-Jährigen ihre finanzielle Situation bezogen auf die gesetzliche Rente als schlecht ein. Diese Aussage treffen dagegen nur 21 Prozent der Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren.

Und je jünger die Befragten sind, desto häufiger geben sie an, sich aufgrund ihrer finanziellen Situation einschränken zu müssen. Viele Neurentner äußern der Studie zufolge, dass sie den Ruhestand in finanzieller Hinsicht ursprünglich eher besser erwartet hatten. Was kaum verwundert: Frauen beurteilen ihre finanzielle Situation im Alter der Analyse zufolge deutlich negativer als Männer: Weibliche Befragte geben doppelt so häufig wie männliche Rentner an, ihre finanzielle Situation sei insgesamt „eher schlecht“ oder „schlecht“.

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