Wahl : Grüne küren Spitzenkandidaten

Die Landtagsabgeordnete Marie Luise von Halem (links) hatte bei der Brandenburger Landesdelegiertenkonferenz der Grünen gegen Ursula Nonnemacher das Nachsehen.
Die Landtagsabgeordnete Marie Luise von Halem (links) hatte bei der Brandenburger Landesdelegiertenkonferenz der Grünen gegen Ursula Nonnemacher das Nachsehen.

Die Innenexpertin Ursula Nonnemacher und der Fraktionsvorsitzende Axel Vogel sind die Spitzenkandidaten der Grünen bei den Landtagswahlen am 14. September.

svz.de von
24. März 2014, 11:54 Uhr

Eine in Strausberg tagende Delegiertenkonferenz wählte die beiden Landtagsabgeordneten am Sonntag auf die Plätze eins und zwei der Landesliste. Dabei setzte sich Nonnemacher in einer Kampfabstimmung gegen Bildungsexpertin Marie-Luise von Halem und Medizinerin Elke Seidel durch. Von Halem wurde von den Delegierten anschließend auf Listenplatz drei gewählt.

Vor den 100 Delegierten der in Brandenburg derzeit 996 Mitglieder zählenden Umweltpartei hatte Nonnemacher in einer kämpferischen, pointierten Rede die Arbeit der rot-roten Regierungskoalition scharf kritisiert. Brandenburg werde „seit einer gefühlten Ewigkeit von Sozialdemokraten geprägt. Mittelmaß und Ernüchterung wurden uns zuteil“. Die 56 Jahre alte Medizinerin, die vor ihrer politischen Karriere unter anderem als Notärztin auf einem Berliner Rettungswagen im Einsatz war, warf der Landesregierung ein „grandioses Scheitern beim Aufbau eines nachhaltigen, sozialen Arbeitsmarktes“ vor und kritisierte, dass sich Brandenburg zu einem „Eldorado für Hähnchenmäster und Schweinebarone“ entwickele. Im Wahlkampf wolle man klarmachen, dass „starke Grüne einen Mehrwert für Brandenburg darstellen“, so Nonnemacher. „Für uns ist Opposition nicht Mist, sondern wir gestalten auch aus der Opposition.“ Außerdem könne die Partei nicht vergessen, dass Horno einst das letzte abgebaggerte Dorf sein sollte.

Der Fraktionsvorsitzende Vogel sprach sich ebenfalls für einen Stopp der Massentierhaltung aus und forderte eine Willkommenskultur für Zuwanderer. Den Flughafen BER nannte er eine „Tragikomödie, ein Bild krassesten Politikerversagens“. Entsprechend des am Samstag verabschiedeten Wahlprogramms seiner Partei wetterte Vogel außerdem gegen den Braunkohlentagebau in der Lausitz. Dieser solle ab dem Jahr 2030 gestoppt werden.


Kaum aktive Grüne in der Prignitz


Als Wahlziel der Grünen gab Vogel den Wiedereinzug in den Landtag und das Erreichen von mehr als sechs Prozent der Wählerstimmen aus. 2009 waren die Grünen mit 5,7 Prozent und fünf Abgeordneten in den Landtag eingezogen.

In der Prignitz allerdings hat die Umweltpartei weiterhin personelle Probleme: Der Kreisverband zählt derzeit gerade einmal 18 Mitglieder. Ob es gelingt, zu den Landtagswahlen überhaupt einen Direktkandidaten aufzustellen, sei derzeit mehr als fraglich, sagten die Prignitzer Delegierten Rainer Still und Bärbel Treutler auf Nachfrage dem Prignitzer.

Die Situation der Grünen in der Prignitz entspricht der anderer peripher gelegener Landkreise: Mit nur 27 Mitgliedern in Cottbus, 13 in Elbe-Elster und nur 10 in Oberspreewald-Lausitz fehlt es den Grünen in der Fläche des Landes weiter an Substanz.

Immerhin wurden aber auf der Konferenz mit dem aus Schönwalde (Spreewald) stammenden Landesvorsitzenden Benjamin Raschke und der in Cottbus antretenden Heide Schinowsky zwei nicht aus dem Berliner Speckgürtel stammende Kandidaten auf die sicheren Listenplätze vier und fünf gewählt.

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